Vergangene Woche wurde Orlando Jorge Mera (†55), Umweltminister der Dominikanischen Republik, in seinem Büro erschossen. Von Miguel C.*, einem Jugendfreund, der kurz nach der Tat festgenommen wurde. Der Fall schlug in der Karibik große Wellen, Mera wurde sehr geschätzt: Zunächst gab es keine Hinweise auf ein Tatmotiv.
Inzwischen gibt es aber erste Anzeichen. Und diese führen in die Schweiz! Die Ermittlungen des Blick zeigen, dass die Staatsanwaltschaft die Beteiligung einer Tessiner Firma im Zusammenhang mit dem Mord prüft. Laut Handelsregister verkauft sie Abfälle, importiert, exportiert, lagert und verarbeitet von Edelmetallen bis hin zu Papier- und Elektroschrott alles. Er arbeitete mit Miguel C. zusammen, er sollte Mera helfen, 5.000 Tonnen gebrauchte Batterien durch ihre guten Verbindungen zu exportieren.
Verlassener Toyota, geflohen auf einem Motorrad
Als C. am 6. Juni 2022 bewaffnet das Hauptstadtbüro von Santo Domingo betrat, soll er Firmenunterlagen in der Hand gehabt und „Ich habe es versucht“ gesagt haben, bevor die Tür des Ministers geschlossen wurde. Dies geht aus Dokumenten der Staatsanwaltschaft hervor, über die die lokalen Medien berichteten. Augenzeugen zufolge hatte der Minister zuvor seiner Security mitgeteilt, dass er seinen Freund nicht durchsuchen müsse, da sie sich sehr gut kannten. Dies waren die letzten Worte, die Jorge Mera gehört hat.
Staatsanwälte sagen, der Mörder habe sein Verbrechen sorgfältig geplant. Nach den Schießereien wollte er mit seinem Auto, einem Toyota Rush G, fliehen. Der Plan scheiterte, weil Miguel C. bereits im Gebäude festgehalten wurde. Er schaffte es zu improvisieren, rannte aus dem Gebäude und fuhr Motorrad. Er floh in eine Kirche, weil er einen Priester kannte. Er rief die Polizei, die Miguel C. sofort festnahm. Er hat die Tat gestanden und wurde zu einem Jahr Untersuchungshaft verurteilt, solange die Ermittlungen andauern.
Uzi und Dokumente gefunden
In ihrem Auto vor dem Gebäude fanden die Beamten eine Mini-Uzi und mehrere Zeitschriften sowie Dokumente, unter anderem der Schweizer Firma.
Lokale Medien berichten, dass gegen das Schweizer Unternehmen eine Untersuchung eingeleitet wurde. Der Anwalt des Geschäftsführers des Unternehmens sagt gegenüber Blick, dass bisher nur Gespräche mit der Staatsanwaltschaft geführt worden seien und es keine offiziellen Ermittlungen gebe.
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