Kampf um Johnson-Nachfolge: Konservative stimmen Tugendhat ab

Kampf um Johnson-Konservative stimmen außerhalb von Tugendhat ab

19.07.2022, 01:25 Uhr

Rishi Sunak wird mit zunehmender Wahrscheinlichkeit die Nachfolge von Boris Johnson antreten. Im Rennen um die Führung der Konservativen baut der ehemalige Finanzminister seine Führung gegenüber den übrigen Kandidaten aus. Unterdessen übersteht die britische Regierung ein Vertrauensvotum.

In Großbritannien räumt das Feld für die Nachfolge von Premierminister Boris Johnson weiter auf. Im dritten Wahlgang der konservativen Abgeordneten, bei dem der Kandidat mit den wenigsten Stimmen ausschied, wurde am Montagabend der Außenpolitiker Tom Tugendhat überfahren. Er bekam nur 32 Stimmen.

Noch im Rennen sind die ehemalige Gleichstellungsbeauftragte Kemi Badenoch (58 Stimmen), Außenministerin Liz Truss (71), Handelsministerin Penny Mordaunt (82) und der ehemalige Finanzminister Rishi Sunak mit deutlichem Vorsprung von 115 Stimmen. Die Abgeordneten werden in den kommenden Tagen zwei weitere Abstimmungsrunden abhalten, bis nur noch zwei Kandidaten übrig sind. Nach dem 21. Juli werden die 200.000 Mitglieder der Partei zwischen den beiden per Briefwahl über den künftigen Präsidenten abstimmen. Das Ergebnis wird am 5. September bekannt gegeben.

Johnsons Nachfolger als Parteivorsitzender führt automatisch die Regierung an, da die Konservativen die stärkste Partei im Unterhaus sind. Johnson hatte auch nach mehreren Vergehen nicht zurücktreten können. Erst nach dem Weggang zahlreicher Mitarbeiter aus Protest gegen Johnsons Vorgehen kündigte er seinen Abgang an. Er beabsichtigt jedoch, bis zur Entscheidung über die Nachfolge im Amt zu bleiben. Erst vor wenigen Tagen hatte es eine Fernsehdebatte zwischen den fünf verbliebenen Kandidaten gegeben. Laut einer Schnellumfrage des Opinium Institute schnitt Tugendhat besser ab, doch am Montag scheiterten die Abgeordneten.

Unterdessen überstand die britische Regierung erwartungsgemäß eine Vertrauensabstimmung, die einberufen worden war. Das Londoner Unterhaus stimmte am Montagabend mit 111 Stimmen für die Regierung. Eine Niederlage im Misstrauensvotum hätte allerdings vorgezogene Neuwahlen unvermeidlich gemacht, was aber selbst Johnsons Gegner in der Konservativen Partei aufgrund schlechter Umfragewerte gerade jetzt um jeden Preis vermeiden wollten.

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