Kapital für Existenzgründer Die russische Stiftung finanziert deutsche Extremisten
28. Mai 2022 um 17:21 Uhr
Bekanntlich floss das Geld über eine russische Stiftung in die Partei von Marine Le Pen und das rechte Magazin Compact in Deutschland. Einem Bericht zufolge beteiligten sich die Russen auch an mehreren Unternehmen, die Mitgliedern des Netzwerks “Nordkreuz” gehörten.
Laut einem Medienbericht spielt russisches Geld in der rechtsextremen Gewaltszene in Deutschland eine größere Rolle als bisher bekannt. Nach Recherchen der Süddeutschen Zeitung soll Bundeswehrleutnant Franco A., der derzeit wegen Terrorismusverdachts vor dem Oberlandesgericht Frankfurt vor Gericht steht, in der Vergangenheit offenbar Kontakt zu einer staatsnahen russischen Stiftung gesucht haben. Franco A. soll mindestens einmal bei der russischen Stiftung „Institut für Demokratie und Zusammenarbeit“ mit Sitz in Paris gewesen sein.
Nach Angaben der deutschen Sicherheitsbehörden sollte er in Paris finanzielle Unterstützung erhalten. In der Vergangenheit hat die Stiftung beispielsweise die rechtspopulistische Partei von Marine Le Pen finanziell unterstützt. Das russische Institut schreibt auch regelmäßig für das deutsche rechtsextreme Magazin Compact.
Ob Franco A. auf diese Weise an russisches Geld kam, ist unklar. Nach Informationen der “SZ” scheint es einigen seiner Gleichgesinnten gelungen zu sein. Unter den vielen Agenten und Polizisten, die sich mit Franco A. in der rechtsextremen Chatgruppe “Nordkreuz” verbunden haben, sollen überraschend viele sein, die in ihren Privatunternehmen auf russische Partner angewiesen sind.
Der Chatgruppe gehörten Kommandeure von Reservisteneinheiten sowie aktive Polizisten der Spezialeinheiten an. Einige von ihnen betrieben nebenan private Sicherheitsfirmen. Die Verbindungen dieses Netzes waren bereits Gegenstand einer Untersuchung des Geheimdienstkontrollausschusses des Bundestages, die nicht öffentlich gemacht wurde.
“Der Krieg in der Ukraine ist nur die Spitze des Eisbergs russischer Einflussnahme gegen die regelbasierte Ordnung”, sagte Roderich Kiesewetter (CDU), stellvertretender Vorsitzender des Kontrollgremiums der Geheimdienste, der SZ.