83 Mal stand Schnaderbeck für das ÖFB-Team auf dem Platz, erstmals am 5. Mai 2007 bei einer 0:1-Niederlage gegen Polen, zuletzt beim wichtigen 1:0-Sieg gegen Norwegen bei der Europameisterschaft aus England. Aufgrund seiner Knieverletzung musste er im gesamten Finale auf Einsätze verzichten und musste schließlich im Viertelfinale auf ein 0:2-Unentschieden gegen Deutschland verzichten. Vor der EM hatte er seine Zukunft offiziell offen gelassen, nun hat er einen Schlussstrich gezogen. Zuletzt spielte Schnaderbeck für Arsenal und Tottenham in England.
„Heute ist kein einfacher Tag, es ist ein emotionaler Tag“, sagte eine emotionale Schnaderbeck zu Beginn ihres Personal Statements. „Die Entscheidung ist schon lange in mir gereift, aber am Ende habe ich sie am Ende der Saison getroffen. Mein Bauch sagte mir, es sei der richtige Zeitpunkt. Ich wollte schon immer selbstständig gehen. Ich bin auch über meine Grenzen gegangen, auch im europäischen. Einen schöneren Abschluss, nämlich auf höchstem Niveau, könnte es nicht geben. Ich kann auf 15 fantastische Jahre zurückblicken und bin sehr dankbar.“ Schnaderbeck und Makas verabschieden sich im WM-Qualifikationsspiel gegen Europameister England (3.9.) aus Wiener Neustadt.
Makas folgt Schnaderbeck in „Rente“
Auch Makas verlässt mit der Zentrale die Fußballbühne. Beide waren Teil des Teams, das sensationell das Halbfinale der EM 2017 in den Niederlanden erreichte und fünf Jahre später erneut die K.o.-Runde erreichte. Wie Verteidiger Schnaderbeck hatte der Stürmer immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Makas, der auf 74 Einsätze und 19 Tore kommt, war zuletzt auf Vereinsebene bei Austria Wien aktiv.
GEPA/Michael Zemanek Neben Schnaderbeck gab am Mittwoch auch Lisa Makas ihr Karriereende bekannt
„Das war ein ganz besonderer Moment, ich durfte 25 Jahre aktiv im Fußball verbringen. Es bedeutet mir sehr viel, dass ich trotz all meiner Verletzungen als fitter Spieler selbst meinen Rücktritt verkünden kann. Es gab viele schwierige Zeiten, aber ich war nie allein. Natürlich macht es mich traurig, wenn ich das, was mir viel bedeutet, nicht mehr tun kann. Aber ich bin auch dankbar für die Momente, aus denen ich viel lernen konnte und die meine Persönlichkeit gestärkt haben“, sagte Makas, der beim 1:1 gegen Frankreich bei der Euro 2017 das wichtige Tor erzielte.
Danke an Fuhrmann und Milletich
Auf der Pressekonferenz würdigten Teamchefin Irene Fuhrmann und ÖFB-Präsident Gerhard Milletich die beiden erfolgreichen Rennen. „Es war für mich ein absolutes Privileg, mit zwei solchen Persönlichkeiten einen Teil des Weges zurücklegen zu dürfen. Viki und Lisa waren zwei Säulen unseres Erfolgs in den letzten Jahren und ich hoffe, dass Ihre Stimmen für den Frauenfußball, aber auch für Chancengleichheit und Vielfalt nicht verstummen“, zeigte sich Fuhrmann ebenfalls begeistert.
„Sie beide haben so viel für den Frauenfußball getan, dazu kann ich Ihnen nur gratulieren. Sie sind Vorbilder, haben viele Verletzungen überstanden und sind immer bereit, alles zu geben. Ihre Mentalität und Willensstärke haben Sie immer schon ausgezeichnet.“ “, betont Milletich.
Deutscher und englischer Meister
Schnaderbeck war über viele Jahre eines der bekanntesten Gesichter und vor allem die Stimme der österreichischen Nationalmannschaft, die immer wieder Themen abseits des Platzes ansprach. Er startete seine Karriere beim TSV Kirchberg/Raab und arbeitete sich über das Landesleistungszentrum Weiz und den GAK zum LUV Graz vor, von wo es 2007 zum FC Bayern München ging. Dort wurde er 2015 und 2016 Meister, 2018 wechselte sie nach England zu Arsenal, wo sie auf Anhieb englische Meisterin wurde.
„Es war nicht immer einfach. Mit 17 Jahren drohte zum ersten Mal eine Verletzung, meine Karriere zu beenden. Von da an dachte ich, dass nichts selbstverständlich sein sollte, dass ich alles genießen wollte. Ich habe es ziemlich gut hinbekommen “, sagt Schnaderbeck.
Entscheidung vor EM getroffen
Zuletzt war sie für sechs Monate an Tottenham ausgeliehen, doch ihre Knieprobleme machten ihr weiterhin Sorgen. Im Interview mit ORF.at ließ er seine Zukunft und ein mögliches Ende seiner Karriere vor MS offen: „Wenn mein Herz und mein Körper Ja sagen, mache ich weiter.“ Wichtig ist, dass man sich diese Frage nach dem Aten stellt Damals habe er die Entscheidung getroffen, aber er wolle “die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit nicht vor der Euro verändern”.
“Jetzt haben wir einen anderen Glanz”
Schnaderbeck ist als Lehrer oder Berater für eine Karriere nach dem Fußball gerüstet, der wortgewandte Steirer hat einen Abschluss in Wirtschaftspsychologie. Im Dezember 2019 outete sich die Steirerin als erste Spielerin des österreichischen Teams, als sie ein Foto mit ihrem aktuellen Verlobten auf Instagram postete. Er wird im Herbst mit ihr nach Asien reisen. “Ich freue mich sehr darauf und dann freue ich mich sehr darauf, außerhalb des Fußballs anzufangen.”
Makas übernimmt die Agenden in Österreich
Makas geht mit Schnaderbeck in die Fußballer-Rente. Der 30-jährige Niederösterreicher spielte für den SKV Altenmarkt und den SKN St. Pölten, bevor er ebenfalls nach Deutschland aufbricht. Der zweimalige österreichische Meister spielte für den SC Freiburg, den MSV Duisburg, bevor er nach St. Pölten im Jahr 2020. Sein ÖFB-Debüt gab er am 9. Juni 2010 beim 6:0-Sieg gegen Malta, zuletzt als Einwechselspieler im EM-Viertelfinale. Zukünftig wird er auch administrative Aufgaben als Funktionär der Wiener Austria übernehmen.