Stand: 26.05.2022 13:40 Uhr
Drei belarussische Bürgerrechtler haben am Donnerstag in Aachen den Internationalen Karlspreis erhalten. Es war eine der politischsten Preisverleihungen der Geschichte.
Mit dem Maria Kalesnikava-Preis, Svetlana Tichanowskaja und Veronica Tsepkalo setzt der Karlspreis ein klares Bekenntnis zu Freiheit und Demokratie.
Die Begründung für die Übergabezeremonie besagt, dass die drei tapferen Frauen den Diktator von Belarus unter schwierigsten politischen Bedingungen herausgefordert haben, indem sie ihre persönliche Freiheit und Integrität einsetzten. Sie verteidigten das Herzstück des europäischen Projekts: Menschenrechte, Frieden und Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Solidarität.
Preisverleihung im Aachener Rathaus
Nach einem päpstlichen Gottesdienst im Aachener Dom begann am Tag der Himmelfahrt die Preisverleihung im Krönungssaal der Stadt Aachen. Zudem wurden viele hochrangige Gäste aus Politik und Gesellschaft erwartet. Bundesstaatssekretärin Annalena Baerbock (B’90 / Die Grünen) hielt die Laudatio auf die drei Preisträger. In einer sehr persönlichen und emotionalen Rede würdigte Baerbock alle drei als Vorbilder für Millionen Frauen in Europa. Aachens Oberbürgermeisterin Sybillie Keupen sprach mit dem Außenminister. Er erinnerte daran, dass bei der Entscheidung zur Verleihung des diesjährigen Karlspreises noch niemand gewusst habe, dass in der Ukraine während der Preisverleihung ein Krieg ausbrechen würde. Erstmals sei der Karlspreis dabei, sagte Keupen.
„Europas tapferste Frauen“: Karlspreis geht an belarussische Bürgerrechtlerinnen
Carolyn Wißing, WDR, Tagesschau um 16:45 Uhr, 26. Mai 2022
Sicherlich nicht mit Russland, aber vorne
Zur Preisverleihung wird das Aachener Rathaus festlich geschmückt. Bild: imago images / Manngold
Außenminister Baerbock betonte, das weißrussische Regime um Diktator Lukaschenko unterdrücke den Freiheitswillen seines eigenen Volkes und unterstütze Putins Angriffskrieg. Jetzt sollte man nicht um jeden Preis versuchen, einen Waffenstillstand zu erreichen. Sicherheit besteht in der jetzigen Situation nicht mit Russland, sondern mit Russland. Anschließend erhielten die Sieger ihre Medaillen.
Maria Kalesnikava, Svetlana Tichanovskaya und Veronica Tsepkalo sind die 63. Gewinner des Internationalen Karlspreises. Vor ihnen wurden in Aachen fünf Frauen und 58 Männer mit dem Preis ausgezeichnet.
Überreichung des Internationalen Karlspreises in Aachen
Susanne Bode, WDR, 26.5.2022 15.48 Uhr
Diese: wdr.de
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