Karner pocht notfalls auf Kontrollen an den Binnengrenzen

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) hat einen neuen Vorschlag der französischen EU-Ratspräsidentschaft für den Schengener Grenzkodex begrüßt. Karner betonte am Freitag vor einem Treffen mit seinen EU-Kollegen in Luxemburg, dass es auch künftig möglich sein solle, bei Bedarf Kontrollen an den Binnengrenzen durchzuführen. Reisefreiheit ist wichtig, aber Sie müssen auch auf die Sicherheit achten. Wie diese Kontrollen an den Binnengrenzen aussehen sollen, ist laut Karner das Thema des heutigen Treffens.

Keine Rechtfertigung von Tatsachen

Im Schengen-Raum, der 26 europäische Staaten umfasst, gibt es eigentlich keine stationären Personenkontrollen an den Landesgrenzen. In den letzten Jahren haben jedoch mehrere Staaten eine Ausnahmeregelung genutzt und Kontrollen wieder eingeführt. Im Falle Österreichs sorgt dies vor allem im Nachbarland Südslowenien für Unmut, das keine sachliche Rechtfertigung für die Kontrollen sieht.

Der EuGH hat kürzlich festgestellt, dass Österreich die für Kontrollen seit 2017 erforderliche ernsthafte Gefährdung der öffentlichen Ordnung nicht darlegen kann. Die endgültige Entscheidung liegt beim zuständigen österreichischen Gericht. Er legte Berufung beim Obersten Gerichtshof von Luxemburg ein, nachdem ein Unionsbürger eine an der Grenze zu Slowenien erlassene Verwaltungssanktion angefochten hatte.

Auch das Thema Migration steht auf der Tagesordnung der EU-Innenminister. Karner bekräftigte seine Forderung nach einem “robusten und funktionierenden Schutz der Außengrenzen”. Der Innenminister „lehnt“ Aussagen zur Umverteilung von Asylbewerbern ab, wie sie etwa die französische Ratspräsidentschaft vorsieht. Er sei dagegen, “den Schmugglern das falsche Signal zu geben, Europa ist offen, Europa ist selbstzufrieden”, sagte Karner.

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