Kaum Kritik am UN-Menschenrechtsbeauftragten nach China-Besuch

Aktualisiert am 28.05.2022 23:56

  • Michelle Bachelet, 70, fordert China nur auf, die Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung zu überprüfen.
  • Er verzichtet auf direkte Kritik an China.
  • Internationale Aktivistengruppen sind enttäuscht.

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Am Ende ihres umstrittenen Besuchs in China scheute die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte Michelle Bachelet Kritik weitgehend. Sein Besuch sei keine „Untersuchung“, sagte Bachelet am Samstag auf einer Abschlusskonferenz in der südchinesischen Stadt Guangzhou. Sie forderte die chinesische Regierung auf, ihre Anti-Terror-Maßnahmen zu überprüfen, um sicherzustellen, dass sie internationalen Menschenrechtsstandards entsprechen. Er äußerte keine direkte Kritik.

Internationale Aktivistengruppen zeigten sich enttäuscht. „Der Hochkommissar hat der chinesischen Regierung politischen Erfolg beschert“, sagte Kai Müller, Generaldirektor der NGO International Campaign for Tibet. Bachelet nannte die chinesische Regierung keine „systematischen und entsetzlichen Menschenrechtsverletzungen“.

Ein sehr hart umkämpfter Besuch

Während ihrer sechstägigen Reise besuchte die 70-Jährige die Städte Kashgar und Ürümqi in der Region Xinjiang im Nordwesten Chinas, wo nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten Hunderttausende Uiguren, Angehörige anderer Minderheiten, freigelassen wurden. Bildungslager. Dort traf er auch mit hochrangigen Regierungsbeamten zusammen. Nach eigenen Angaben hatte er auch unbeaufsichtigten Zugang zu Angehörigen der Zivilgesellschaft und religiösen Gruppen.

Mit Bachelet hat erstmals seit 17 Jahren wieder ein UN-Menschenrechtsbeauftragter die Volksrepublik China betreten. Dem Besuch war ein langes Tauziehen vorausgegangen. Seit 2019 hatte Bachelet eine Einladung aus China. Peking wollte deswegen zunächst nicht in seine Bedingungen eintreten. Dazu gehört der ungehinderte und unbeaufsichtigte Zugang zu Gesprächspartnern, die sich ihr eigenes Büro aussuchen wollten.

Es geht auch um die Glaubwürdigkeit der Vereinten Nationen

Vor Monaten musste sein Büro einen lang erwarteten Bericht über Xinjiang liefern. Die Verschiebung wurde jedoch immer wieder verschoben. Bereits 2018 sprach er in seiner ersten Rede vor dem UN-Menschenrechtsrat von „zutiefst beunruhigenden Vorwürfen der willkürlichen Inhaftierung von Uiguren und anderen muslimischen Gemeinschaften (…) in sogenannten Umerziehungslagern in ganz Xinjiang.“

Beobachter vermuten Druck durch die verspätete Veröffentlichung Chinas, das eine Ankündigung vor oder vor den Olympischen Winterspielen in Peking vermeiden wollte, wie berichtet. Bachelets Bericht war letztes Jahr fertig. Das Vorgehen brachte ihm viel Kritik ein. Mit der Reise nach China steht aus Sicht von Aktivisten nicht nur die eigene Glaubwürdigkeit auf dem Spiel, sondern auch die des Menschenrechtssystems der Vereinten Nationen, in dem China seinen Einfluss als Vetomacht im Sicherheitsrat der Vereinigten Staaten geltend macht. (besser / dpa)

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