„Keine Angst“ und „Energie sparen“

Es sei Vorsicht geboten, so Kocher weiter. Der russische Energiekonzern Gazprom lieferte in den vergangenen Tagen wegen technischer Probleme rund die Hälfte weniger als sonst nach Österreich. Die heimischen Gasspeicher seien zu etwa 40 Prozent gefüllt, so Kocher weiter.

Laut Kocher gibt es keine lokalen Unternehmen, die mit der Gaslieferung zu kämpfen haben, und der Gasdruck in den Leitungen ist ausreichend. In den kommenden Monaten wird angestrebt, die Energielieferländer besser zu diversifizieren, um nicht erpressbar aus Russland zu werden.

Reuters / Leonhard Föger Wirtschaftsminister Martik Kocher sieht keinen Grund, wegen Gas in Panik zu verfallen

Gewessler berät

Jeder könne “einen Beitrag zum Alltag leisten”, sagte Gewessler der Kleinen Zeitung. In Deutschland ist derzeit keine Energiesparkampagne geplant. Zu Beginn der Heizsaison solle dann das Energiesparen gefördert werden, sagte er. Allerdings gibt Gewessler gegenüber der „Kleinen Zeitung“ auch Tipps, wie man weniger Energie verbrauchen kann. „Beim Kochen den Topf abdecken, beim Autofahren langsamer fahren, die Waschmaschine füllen und ab dem Herbst die Heiztemperatur ein, zwei Grad senken“, zitierte ihn die Gewessler-Zeitung.

Kocher sieht kein Energieeinspargesetz für Österreich, wie es in Deutschland diskutiert wird. Dies sei „derzeit nicht erforderlich“. Die Energieberatung wird ausgebaut, um Einsparpotenziale zu nutzen. „Jeder kann sparen, zum Beispiel durch Autofahren oder Klimaanlage“, sagte der Wirtschaftsminister gegenüber Unternehmen und der Bevölkerung.

APA/Roland Schlager Umweltministerin Leonore Gewessler hofft auf Energieeinsparungen

Wien: Vier Gaskraftwerke können auch mit Diesel betrieben werden

Die Regierung hat am Wochenende beschlossen, das Verbundkraftwerk Mellach in der Steiermark wieder mit Kohle zu öffnen, um im Ernstfall eingreifen zu können, wenn die Gasversorgung ausfällt. Derzeit plant die Regierung nicht, das ehemalige Steinkohlekraftwerk Dürnrohr umzubauen. Das würde deutlich länger dauern als bei Mellach, sagte der Wirtschaftsminister. Denkbar ist unter anderem die Umstellung von Gaskraftwerken auf Ölförderung. “Wir werden sehen, was dann passiert.”

Wien verwies am Montag auf die Möglichkeit, vier seiner gasbefeuerten Gasheizwerke zu betreiben. Diese seien für den bivalenten Betrieb, also sowohl Gas als auch Öl, ausgelegt und dürften nicht umgebaut oder angepasst werden, sagt Michael Strebl, Präsident von Wien Energie, in „Wien heute“.

Die vier Standorte befinden sich im Arsenal, Spittelau, Inzersdorf und Leopoldau, die Wiener Gasspeicher sind bereits zu 84 Prozent gefüllt. Der maximale Füllstand sollte im September oder Oktober erreicht werden. „Wien ist in der aktuellen Situation ‚sicher‘“, sagt Strebl; mehr Informationen dazu unter wien.ORF.at.

Gewessler: „Speicher Schritt für Schritt füllen.“

Am Montag seien die Gaslieferungen um rund 50 Prozent geringer ausgefallen als angekündigt, teilte das Ministerium für Klimaschutz und Energie am Dienstag mit. Die heimischen Speicher waren noch voll, fast eine halbe Stunde wurde am Sonntag gelagert.

Nach Angaben der OMV und der zuständigen Behörde E-Control war die Versorgung auch am Dienstag gesichert. OMV kündigte außerdem an, Gas im Bedarfsfall am Spotmarkt zu erwerben. Wichtigstes Ziel vor der nächsten Heizsaison ist laut Gewessler, die Speicher Schritt für Schritt zu füllen.

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