Keine Angst vor Variante BA.5 RKI warnt seit Sommer vor Infektionsdruck
10.06.2022 02:37 Uhr
Die Pandemie hat bereits mehrfach gezeigt, wie schnell Kronenvarianten durch Mutanten ersetzt werden können. Es sollte einige Wochen dauern, bis neue Omikron-Sublinien eingerichtet werden.
Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist ein erneuter Anstieg der Kroneninfektionen in Deutschland möglich, da sich weitere omicron-Sublinien ausbreiten. Die mit BA.4 und B.5 bezeichneten Untervarianten sollen weiter ausgebaut werden, „damit es ab dem Sommer insgesamt zu einem Anstieg der Infektionszahlen und einem erneuten Anstieg des Infektionsdrucks auf gefährdete Gruppen kommen kann“. warnte das RKI in seinem Wochenbericht zu Covid-19.
Saisonale Effekte, die das Virus eigentlich etwas bremsen, könnten die Ausbreitung dieser Varianten nicht kompensieren, wenn die Verhaltensregeln nicht mehr eingehalten werden. „Das stärkste Wachstum weist derzeit der Anteil der Teillinien BA.4 und BA.5 auf“, schreibt das RKI. Das Ergebnis: In wenigen Wochen könnten diese Erreger den Großteil der Nachweise erbringen.
Dem Bericht zufolge wurde BA.5 in der Vorwoche in jeder zehnten Probe gefunden: Die Verdopplung setzte sich Woche für Woche fort. Der Anteil von BA.4 wird mit 2,1 Prozent angegeben, was ebenfalls etwa dem Doppelten der bisherigen Werte entspricht. Die Angaben basieren auf einer Stichprobe, nicht alle positiven Fälle werden von Varianten untersucht.
RKI: Keine Sorge wegen der portugiesischen Variante
Für den Vorteil von BA.5 gegenüber früheren omicron-Sublinien spielt laut Experten das sogenannte Immun-Leakage eine Rolle. Das bedeutet, dass sich das virale Erbgut so verändert hat, dass es den Antikörpern geimpfter und genesener Menschen besser entgeht. Die gute Nachricht ist, dass zwar Bedenken wegen einer möglichen Verschärfung der Erkrankung laut Berichten aus Portugal bestehen, das RKI dafür aber noch keine Hinweise gesehen hat. Die bisherigen Daten deuteten nicht darauf hin, dass Infektionen mit BA.4 oder BA.5 schwerere oder proportional mehr Todesfälle verursachten als die Unterlinien BA.1 und BA.2, schrieb das Institut. Diese hatten die Wellen der Vergangenheit verursacht.
BA.2 wurde kürzlich in fast allen positiven Proben gefunden, die in die Forschung einbezogen wurden; mittlerweile ist der Wert auf 87,5 Prozent gesunken. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg in der vergangenen Woche bundesweit im Vergleich zur Vorwoche erstmals seit Mitte März wieder an (29 Prozent), teilte das RKI mit. Er sprach von einem Anstieg der Zahl der übertragenen Infektionen in der vergangenen Woche um etwa 50.000 Fälle im Vergleich zur Vorwoche. Bisher konnte niemand die perfekte Lösung einsenden, was nicht verwunderlich ist. Die meisten Daten im Bericht beziehen sich auf die vergangene Woche.