Keine Erleichterung für Ex-OMV-Chef Rainer Seele

Ex-OMV-Chef Rainer Seele stolpert über sein Geschäft in Russland. Der Aufsichtsrat prüft, ob Sorgfaltspflichtverletzungen vorliegen. Die Hauptversammlung weigert sich, den Manager zu entlassen.

Wien. Hauptversammlungen von Aktiengesellschaften sind in der Regel eine eher mühsame Angelegenheit. Umso mehr, seit die Pandemie die Aktionärsversammlungen in die virtuelle Welt verbannt hat und Investoren und Handelsaktivisten nicht nur das Jahresbuffet, sondern auch die emotionalen Debatten mit dem Vorstand überlassen hat.

Nichts davon gilt für die am Freitagnachmittag angesetzte OMV Generalversammlung. Spätestens seit die Interessengemeinschaft der Investoren Anfang dieser Woche bekannt gab, die Entlassung des ehemaligen OMV-Chefs Rainer Seele wegen verschiedener Ungereimtheiten ablehnen zu wollen, habe sich die Stimmung erwärmt. Das sind Vereinbarungen mit dem russischen Gazprom, millionenschwere Sponsorenverträge für Putins Lieblingsklub Zenit St. Petersburg und sehr lukrative Side Letters für den ehemaligen OMV Compliance-Chef. Die große Frage bis Freitag war: Sind die Gewerkschaftsmitglieder, also die Republik Österreich, und Mubadala, die Staatsholding in Abu Dhabi, bei uns?

Früher gingen die meisten Beobachter davon aus, dass der Widerstand gegen den deutschen Manager, der 2015 gegen die OMV vorgebracht wurde, nur von einer kleinen Minderheit der Aktionäre getragen würde. Doch das änderte sich schnell, als Aufsichtsratschef Mark Garrett gleich zu Beginn die Bombe platzen ließ: Wie der Australier berichtete, hatte der Aufsichtsrat eine externe Prüfung vorgeschlagen, um einige Seele-Transaktionen zu vertiefen. es war. Bis zum Abschluss dieser Untersuchung empfehlen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung „Rainer Seele für das Jahr 2021 nicht zu kündigen und nur die übrigen Vorstandsmitglieder zu kündigen.“ Vorstand“. 80 Prozent der Aktionäre sollten dieser Aufforderung folgen und die Anmeldung bei Seele verweigern. Ein Novum in Österreich, zumindest in der jüngeren Vergangenheit.

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