Justizministerin Karin Keller-Sutter setzt sich für eine bessere Arbeitsmarktintegration von S-Flüchtlingen ein und besuchte eine ukrainische Köchin.
Justizministerin Karin Keller-Sutter zur Arbeitsintegration ukrainischer Flüchtlinge mit Status S. – Nau.ch
Ankündigungen
das Wesentliche zusammengefasst
- Bundesrätin Karin Keller-Sutter will mehr Stellen für ukrainische Flüchtlinge mit S-Status.
- Er besuchte einen ukrainischen Koch, der Arbeit finden konnte.
- Die Integration in den Arbeitsmarkt ist eine grundlegende, aber nicht die einzige Aufgabe des Staates.
Olha Shymko stammt aus einer ukrainischen Millionenmetropole und lebt heute im Berner Vorort Münsingen. Sie ist eine von rund 1.000 Flüchtlingen mit S-Schutzstatus, die einen Job haben.
Stand heute kann er seiner Familie in der Ukraine voller Stolz mitteilen, dass er auch den Justizminister begrüßen durfte. «Ich habe Glück», lächelt Shymko in einem Nau.ch-Interview.
Keller-Sutter will mehr Jobs für Status S.
Bundesrätin Karin Keller-Sutter zeigt sich derweil beeindruckt von Olha Shymko. Er hat sie heute an seinem Arbeitsplatz im Gasthof Ochsen in Münsingen besucht: „Dein Wille, du willst arbeiten, du willst Deutsch lernen, du willst ihr nicht zur Last fallen.“ Wie bei anderen ukrainischen Flüchtlingen empfindet sie von Olha Shymko grosse Dankbarkeit: «Dass sie hier in der Schweiz Schutz hat, dass die Bevölkerung sie unterstützt.»
Die Ukrainerin Olha Shymko (Mitte) wischt sich am Mittwoch, 1. Juni 2022 in Münsingen BE zusammen mit Bundesrätin Karin Keller-Sutter (rechts) in der Küche des Gasthofs Ochsen die Tränen weg. Die Ukrainerin Olha Shymko schneidet am Mittwoch, 1. Juni 2022 in Münsingen in der Küche des Gasthof Ochsen Karotten.
Der Justizministerin ist wichtig, dass Flüchtlinge mit S-Status in der Schweiz «etwas Bedeutendes tun»: «Diese Ablenkung ist wichtig.» Fast tausend erwerbstätige Flüchtlinge sind etwas mehr als drei Prozent der Menschen zwischen 18 und 64 Jahren. «Wenn man bedenkt, dass seit Kriegsbeginn erst drei Monate vergangen sind, ist das ermutigend», sagt Keller-Sutter.
Tipp für Landsleute: „Keine Angst vor der Sprachbarriere!“
Auch die Sprache sei eine anfängliche Hürde, betont Ausbildungsdolmetscherin Keller-Sutter. In der Küche des Gasthofs Ochsen funktioniert das meist ohne Übersetzungs-App, sagt Inhaberin Monika Linder. Dass es auch in anderen Branchen funktioniert, zeigt die Statistik: Nur rund ein Fünftel der Jobs mit S-Status findet sich im Gastgewerbe.
Olha Shymko spricht über ihren neuen Job in der Schweiz. – Nau.ch
Daher Olha Shymkos bester Rat an ihre Landsleute: “Keine Angst vor der Sprachbarriere.” Auch ohne Sprachkenntnisse kannst du zum Beispiel in der Hotellerie arbeiten oder Regale für Einzelhändler auffüllen. “Probier es einfach aus und es wird funktionieren!”
Dazu brauche es aber auch gute Beispiele wie GastroBern mit Einführungs- und Deutschkursen, betont Keller-Sutter. „Arbeitsintegration ist nicht nur eine Aufgabe des Staates, sondern auch Sache der Arbeitgeber und des Willens der Wirtschaft.“
Gegen den Fachkräftemangel, ohne Dumpinglöhne
GastroBern betont insbesondere, dass ukrainische Flüchtlinge nicht als billige Arbeitskräfte eingesetzt werden. Die geltenden Mindestlohnbestimmungen werden eingehalten und andererseits sind Personen mit S-Status eine willkommene Abwechslung bei Fachkräftemangel.
Die wichtigsten Branchen, in denen Menschen mit Schutzstatus S bisher Arbeit gefunden haben (Stand 30.05.2022). – ZEMIS / EJPD
Obwohl Olha Shymko gelernte Köchin ist, musste sie in die lokale Küche zurückgeführt werden. Jetzt werden die Karotten nach Schweizer Art geschnitten. Aber etwas ist ihm aufgefallen, auch im Vergleich zu anderen Ländern, in denen er bereits gearbeitet hat. Die Leute sind sehr freundlich und alles ist klar geregelt: „Es gibt sogar eine Mittagspause!“
Angst Karin Keller-Sutter Jobs auf dem Arbeitsmarkt