Eurosatory 2022 KF51 Panther – Rheinmetall präsentiert einen eigenen Kampfpanzer mit 130-mm-Kanone
Der KF51 sieht aus, als wäre ein neuer Turm in eine modifizierte Leopard-2-Wanne eingebaut worden.
© Rheinmetall/PR
13.06.2022, 14:34 3 Minuten Lesezeit
Knall auf der Waffenmesse. Rheinmetall verfügt über einen vollen Kampfpanzer. Der KF51 Panther ist die erste westliche Antwort auf Putins T-14-Armee. Und es bedroht das deutsch-französische Projekt eines gemeinsamen Supertanks.
Auf der Rüstungsmesse Eurosatory 2022 zeigt Rheinmetall überraschend einen vollen Kampfpanzer. Der KF51. Er soll gegen Putins T-14-Armee antreten. Der KF51 ist die erste westliche Entwicklung eines großen Kampfpanzers seit dem Kalten Krieg. Rheinmetall hat dafür keinen Namen: Das KF51 trägt den traditionellen Namen Panther. Und so erhält er den Namen Panzerkampfwagen V (Sd. Kfz. 171) von der deutschen Wehrmacht.
Mit dem KF51 bietet Rheinmetall allen Ländern, die ihre Armeen modernisieren wollen, eine moderne Alternative. Entwicklung hat auch eine weniger schöne Seite. Deutschland und Frankreich entwickeln gemeinsam einen Kampfpanzer. Er soll auch die Antwort auf die russische T-14-Armee sein. Aber das Main Ground Combat System (MGCS) leidet unter Verzögerungen und Rivalitäten. Unter anderem wurde Rheinmetall de facto von den „Partnern“ im Projektmanagement übernommen. Auch darauf ist der Panther eine Antwort. Optisch orientiert er sich am Schützenpanzer Lynz. Wie der Panther ist auch der Lynz eine rein industrielle Entwicklung ohne Beteiligung der Bundeswehr-Bürokratie. Der Panther ist schwerer, größer und bewaffneter als der Lynz. Der Kampfpanzer wiegt 59 Tonnen und liegt damit unter dem Niveau von Leopard 2. Außerdem ist er mit einer Panzerkanone im Kaliber 130 MM anstelle von 120 MM ausgestattet.
Völlig neuer Turm
Rheinmetall hält sich zurück, ins Detail zu gehen. Aber der Panther wird wahrscheinlich mit den veralteten Konzepten der Panzer des Kalten Krieges brechen. Es wird Innovationen übernehmen, die bei leichteren gepanzerten Personentransportern bereits üblich sind und die der T-14 Armata bereits verwendet. Dies sollte einen eigenständigen Turm beinhalten, der keine Besatzung erfordert. Damit verbunden wäre ein besserer Schutz der kleineren Besatzung in einer speziellen Überlebenskapsel. Es wird eine eigene Drohne und ein System zum harten Töten haben.
Natürlich ist der Panther auch eine Botschaft an Putin, aber eigentlich an alle. Der deutsch-französische „Superpanzer“ MGCS wird frühestens 2035 ausgeliefert, angesichts der üblichen Verzögerungen bei dieser Zusammenarbeit ist 2040 realistischer. Da sich der T-14 bereits im Bau befindet, wenn auch in geringer Stückzahl, gibt es eine lange Wartezeit, während der die am MGCS beteiligten Unternehmen keine ordentliche Anzahlung leisten können. Länder, die sich gegen die Bedrohung durch Russland wappnen wollen, müssen mit recht teuren Modernisierungen ihrer alten Panzer aus dem Kalten Krieg aufgehalten werden.
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Schnellere Panzer auf dem Markt
Der Panther wird in diese Leere eintreten. Es ist davon auszugehen, dass er vor 2030 ausgeliefert werden kann. Die Bedingungen sollen denen des Lynz ähneln. Dadurch ist die Produktion nicht an bestehende Rheinmetall-Anlagen gebunden, sondern kann im Land des Kunden installiert werden, so dass viele Einheiten in relativ kurzer Zeit ausgeliefert werden können. Es ist auch davon auszugehen, dass der Kampfpanzer nicht derselbe bleibt, sondern andere Modelle auf der KF51-Plattform eingeführt werden. Rheinmetall strebt Best-Practice-Lösungen in Exportmodellen an. Das bedeutet, mit vertretbarem Aufwand das Beste daraus zu machen. Dadurch sollte der Panther einfacher zu bauen und zu warten sein als die Modelle, die unter der Ägide der Rüstungsbürokratie entwickelt wurden. Es sollte auch viel billiger sein.
Für das MGCS verkompliziert der Panther die Situation erheblich. Es ist kaum vorstellbar, dass die Länder, die den Panther bestellen, das System nach nur zehn Jahren ändern wollen, der Panther entfernt sich von potenziellen Kunden des MGCS. Gleichzeitig wächst der Druck auf das Projekt. Höhere Kosten und verspätete Lieferung müssen nun beim Panther gemessen werden. Das MGCS muss es klar überwinden.
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Panther – ein Name mit Tradition
Bei der Namensgebung bleibt Rheinmetall der Tradition treu. Seit dem Zweiten Weltkrieg werden deutsche Kampfpanzer Raubkatzen genannt. Es ist politisch umstritten, aber der Name Panther hat einen Klang, wie das AK47 bei Sturmgewehren. Das staatliche Projekt einer Panzergranate vermied die Namen der NS-Zeit, sodass der peinliche Name „Panzerhaubitze 2000“ entstand. Die deutsche Wehrmacht reagierte mit dem Panther auf den T-34. Die sowjetische Entwicklung führte das Konzept des außergewöhnlichen Panzers von 1941 bis 1943 ein. Zu dieser Zeit war der Panther großartig bewaffnet, hatte hervorragende Geländefähigkeiten und war bei seinen Besatzungen beliebt.
Aber sein erster Einsatz 1943 an der Kursk-Front war verfrüht. Die Panther hatten mehr technische Probleme als die Sowjets. Nachdem diese Kinderkrankheiten behoben waren, zeigte sich, dass der Panther dem T-34 leistungsmäßig überlegen war, zumindest wenn man den Motor nicht berücksichtigt. Aber eines konnten deutsche Designer nicht nachahmen. Der T-34 war auf einfache Produktion ausgelegt und konnte nur von angelernten Arbeitern in großen Stückzahlen hergestellt werden. Der Panther hingegen war ein Meisterwerk der Handwerkskunst und schaffte es nie, die Produktionszahlen des russischen T-34 oder des amerikanischen Sherman zu erreichen.
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