CHRONIK
Die Staatsanwaltschaft wartet seit mehr als einem Jahr auf ein Gutachten zu den Ermittlungen wegen möglichen sexuellen Missbrauchs in einer Kita Wien-Penzing. Sie wurden wegen “ungewöhnlicher Wartezeit” mehrfach angefordert.
08.06.2022 11.47
Online ab heute, 11.47 Uhr
Im Frühjahr 2021 hatte der Sachverständige im Auftrag der Staatsanwaltschaft die Befähigung und Kompetenz eines dreijährigen Mädchens, das möglicherweise Übergriffe durch einen Heimschullehrer erdulden musste, eingeschätzt Penzinger Kinder.
Im April 2021 führte der Gutachter im Rahmen eines Gutachtens ein Interview mit dem Mädchen. Die Staatsanwaltschaft wartete daraufhin mehrere Monate vergeblich auf das schriftliche Ergebnis ihrer Einschätzung, von dem der weitere Fortgang der Ermittlungen abhinge.
Gutachter: Unzureichende Anschuldigungen für eine Verurteilung
„Normalerweise hätten wir längst nachbestellt und ein Gutachten einem anderen Sachverständigen anvertraut“, sagte Staatsanwaltschaftssprecherin NA Bussek am Mittwoch der APA. Was das Alter des betreffenden Kindes betrifft, so verzichteten sie darauf: “Wir wollten einfach nicht warten, bis ein Dreijähriger erneut vernommen wird.”
Der abgelaufene Bericht wurde erst kürzlich bei der Staatsanwaltschaft eingereicht. Nach Ö1-Ermittlungen soll der Tatverdächtige insoweit freigelassen werden, als der Sachverständige zu dem Schluss kommt, dass die Angaben des Dreijährigen für eine Verurteilung nicht ausreichen. Die Kindergärtnerin soll noch nie allein mit dem Kind in einem Zimmer gewesen sein. „Durch die Zeugenbefragung beim Jugendamt MA 11 und den daraus folgenden Sachverhalt können die Vorwürfe der Behörde nahezu ausgeschlossen werden“, heißt es in dem Bericht.
Meinungen in anderen Fällen
Allerdings gibt es Vorwürfe gegen den des Missbrauchs verdächtigten Erziehers, dass er drei weitere Kinder missbraucht haben könnte. Die Staatsanwaltschaft hat auch Gutachten über die Fähigkeit und Fähigkeit in Auftrag gegeben, über diese potenziellen Opfer zu berichten – bei einem anderen Experten für Kinder- und Jugendpsychiatrie. „Das ging viel schneller“, sagte die Sprecherin von Staatsanwalt Bussek.
Ein Sachverständigengutachten wurde der Staatsanwaltschaft bereits übermittelt. Die Staatsanwaltschaft wartet nun auf die beiden anderen Berichte, die in naher Zukunft fertig sein sollen. Dann kommt es darauf an, ob und in welche Richtung das Ermittlungsverfahren gegen die Kindergärtnerin weitergeht.