Anfang der Woche schlugen die Betreiber der Kindergärten in der Steiermark Alarm: Es gibt teils gravierende Personalprobleme, die auch zu Gruppenschließungen führen; mehr Informationen in Akute Personalprobleme in Kindergärten. Am Freitag trafen sich die Trägerorganisationen GIP und Wiki mit dem zuständigen Referat der Stadt Graz, wo die Stadt über die aktuelle Situation informiert wurde.
Die Situation ändert sich fast täglich
Die GIP teilte im Vorfeld mit, dass die Kindergärten in der Elisabethinergasse und der Nordberggasse geschlossen bleiben würden. Eine mögliche weitere Schließung steht im Raum, kann aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bestätigt werden – die Lage ändert sich derzeit fast täglich, so GIP-Vorstand Peter Schwarz, wie auch die neuen Mitarbeiter berichten, die im September ihre Arbeit aufnehmen könnten Zumindest gehe man davon aus, dass sowohl Alleinerziehende als auch Väter, bei denen beide arbeiten, einen Platz in einer GIP-Einrichtung bekommen, so Schwarz.
Wiki schließt auch fünf Gruppen
Aber auch im Wiki gibt es Schließungen von Betreuungseinrichtungen: Fünf Gruppen in Graz – eine im Kindergarten und vier im Kindergarten – sollen geschlossen werden, in acht weiteren Gruppen gibt es künftig keine Tagesbetreuung, sondern nur noch Halbtagesbetreuung .
„Die Kürzungen und Schließungen, die wir vorgenommen haben, sind einmalig mit einer Frist bis zum 12. September. Wir gehen davon aus, dass diese Zahl vorerst Bestand haben wird, können aber leider nichts ausschließen und wissen nicht, wie sich der Personalmangel in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln wird“, sagt Ulrike Hackinger von Wiki.
“Ein schwarzer Tag”
Am Freitag telefonierten die Eltern den ganzen Tag – es gibt 340 Familien in Graz: „Man kann nur sagen, es war wirklich ein schwarzer Tag für uns, für unsere Eltern, unsere Kinder, eigentlich für die gesamte frühkindliche Bildungsbranche . In den Gesprächen konnte man nur eine sehr starke Hilflosigkeit spüren, eine gewisse Verzweiflung bei den Eltern, manche Eltern brachen sogar in Tränen aus. Die Situation ist momentan wirklich überwältigend.“
“Ein gewisses Gefühl der Ungleichbehandlung”
Für regionale Platzierungen sieht es laut Hackinger weiterhin gut aus. Das Problem ist, dass es auch in der aktuell angespannten Personalsituation immer wieder zu Kündigungen kommt – Arbeitsbedingungen und schlechte Bezahlung sind Gründe, aber auch der angekündigte Bonus für Neuankömmlinge war nicht förderlich: „Die Rückmeldungen, die wir in den letzten Wochen bekommen haben, da ein großes Missverständnis und ein gewisses Gefühl, ungleich behandelt oder benachteiligt zu werden, weil sie sagen: Wir machen so viele Jahre einen tollen Job, und jetzt haben sie uns ganz vergessen.”
Für Kinder von Alleinerziehenden, solchen von berufstätigen Eltern oder Kindern, die noch ein Kindergartenjahr vor sich haben, sollen laut Ulrike Hackinger von Wiki Plätze an anderen Standorten angeboten werden.
Land „nimmt Sorgen der Eltern ernst“
Das Land werde am Montag informiert. Aus dem Büro des zuständigen Landesrats Werner Amon (ÖVP) hieß es am Freitag, die Sorgen der Eltern würden ernst genommen und man sei im Gespräch mit den Trägern – mehr dazu in der Elementarpädagogik: Punktgewinnvernehmung (24.8.2022 ).