Die Lage ist kritisch: Man stehe zwar am Rande, sei aber derzeit noch überschaubar, so Sabine Löffler, Oberärztin in der ambulanten Notaufnahme der Kinderklinik LKH Graz.
Zu dieser Jahreszeit mehr denn je
„Wir haben wirklich, wenn ich auf die letzten sechs oder acht Jahre zurückblicke, Zahlen, die jetzt im Sommer so hoch sind wie normalerweise im Winter während der Grippesaison. Wir hatten noch nie so viele Mischinfektionen wie die.“ die wir gerade um diese Jahreszeit in der Notaufnahme haben“, sagt Löffler.
Allein am vergangenen Wochenende wurden in 24 Stunden 160 Patienten gezählt, ein Wert, der normalerweise nur während der Grippesaison verzeichnet wird. Die hohen Patientenzahlen, der Personalmangel und die gestrichenen Betten würden laut Löffler auffallen: Die Flurbetten auf den Stationen, die Wartezeiten von bis zu vier Stunden und die Schichten von 25 Stunden durch die Ärzte seien nicht zu vermeiden der Moment.
Er hat bereits mit Verstärkung reagiert
Allerdings habe es laut Löffler bereits eine Reaktion gegeben: „Im Ärztebereich wurde gerade an intensiven Wochenenden eine zusätzliche Tagschicht eingeführt, damit diese 25-Stunden-Schichten besser bewältigt werden können und „In der Pflege, Außerdem haben wir unsere Nachtschichten im Sommer verstärkt, vor allem außerhalb der Stoßzeiten.“
Fast keine Entlastung für niedergelassene Ärzte
Zudem ist zu erkennen, dass auch die CoV-Zahlen in der Kinderklinik wieder deutlich steigen. Für die Kliniksituation wäre es hilfreich, wenn sich Eltern manchmal fragen, ob auch niedergelassene Ärzte Hilfe anbieten könnten. Allerdings besteht in der Steiermark seit Jahren ein Kinderarztmangel, der insbesondere bei Kassenärzten weiter zunimmt. Experten zufolge sind in manchen ländlichen Gegenden bereits mehr als ein Drittel der Kassen leer.
Ein Problem, das nicht nur zu einer sogenannten Zweiklassengesellschaft führt, da die Kosten für den Besuch des gewählten Arztes recht hoch sein können, sondern auch zu einem Anstieg der Patientenzahlen in der ambulanten Notaufnahme der Kinderklinik LKH Graz, wo bestätigt wird, dass es besonders an Wochenenden mit wenig Kinderbetreuung überfüllt ist.
Viel Arbeit wenig Geld
Die Täler der Nordsteiermark sind laut dem steirischen Kinderarztsprecher Hans Jürgen Dornbusch jedoch am stärksten von der Knappheit betroffen: „Der zunehmende Mangel an Kinder- und Jugendkrankenversicherungen dürfte vor allem auf die hohe Arbeitsbelastung und die geringere Bereitschaft zur Alleinfahrt zurückzuführen sein verantwortungsvoller Arbeit und dass der Mehraufwand für Kinder bei der Entlohnung nicht berücksichtigt wird”.
Verbesserungsvorschläge noch nicht angenommen
Daher hat die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin Anfang 2020 dem Gesundheitsministerium und den Sozialversicherungsträgern ein Zehn-Punkte-Programm zur Verbesserung der Situation vorgelegt: „Lehrpraxis für Kinder- und Jugendmedizin, analog zur Allgemeinmedizin, Einrichtung von rein kinderärztliche Grundversorgungsstationen, Junioren-Gesundheitschecks als Fortführung der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen ab dem Schulalter und schließlich die Aufwertung der seit 1994, also seit 28 Jahren, nicht mehr angepassten Mutter-Kind-Pass-Sätze.“ bisher seien die Punkte aber laut Dornbusch nicht angegangen worden.