Kleinkundenschalter Teil 3: Leistungskurven lesen

Wenn Sie sich für mechanische Schalter interessieren, sind Sie im Internet vielleicht schon auf die sogenannten Leistungskurven gestoßen. Ich sage dir, worum es geht.

Wie sich mechanische Schalter beim Drücken anfühlen, ist schwer zu beschreiben. Sie müssen sie selbst ausprobieren. Im Zeitalter des Internets und Shops mit immer seltener werdenden Exponaten ist das leichter gesagt als getan. Sogenannte Leistungskurven sollen es ermöglichen, anhand eines Diagramms zu erraten, wie sich ein Schalter anfühlt. Aber zuerst müssen Sie in der Lage sein, die Illustrationen zu lesen.

Zum besseren Verständnis erkläre ich zunächst die wichtigsten Begriffe.

wichtige Begriffe

Betätigungs- und Betätigungskraft Die Betätigungs- und Betätigungskraft beschreibt die Kraft, mit der Sie den Schalter drücken müssen. Die Betätigungskraft ist die Kraft, die erforderlich ist, um einen Schalter vollständig zu drücken. Die Aktivierungskraft beschreibt, wie viel Kraft erforderlich ist, bevor der Schalter aktiviert wird. Die Hersteller geben nicht immer beide Spezifikationen an.

Diese Kraft wird in Centinewton (cN) oder Gramm Kraft (gf) angegeben: 1 gf entspricht 0,98 cN. Die Einheiten spiegeln also mehr oder weniger das gleiche wider.

Tastenlauf Der Tastenweg beschreibt die Distanz, die ein Schalter bis zu einem bestimmten Punkt gedrückt werden kann oder sollte. Es gibt einen Schlüsselpfad zum Auslösepunkt des Schalters und einen vollständigen Schlüsselpfad. Die Gesamtentfernung der Taste ist die Entfernung, um den Schalter vollständig zu drücken. Der Abstand wird in Millimetern angegeben.

Die taktile Position Die taktile Position beschreibt den Punkt, an dem beim Drücken eine haptische Rückmeldung zu spüren ist. Berührungsposition ist mit Berührungs- und Klickschalter verfügbar. Linearschalter haben keine taktile Position.

Rücksetzpunkt Der Rücksetzpunkt ist der Punkt, an dem der Schalter bereit ist, sich nach dem Auslösen wieder einzuschalten.

Von links nach rechts und zurück

Hier ist ein Beispiel für ein Leistungskurvendiagramm eines Cherry MX Blue-Schalters:

Cherry MX BlueBild Stärkekurve: Ja

Ein Kraftkurvendiagramm besteht in der Regel aus zwei Kurven. Eins nach oben und eins nach unten. Sie sind auch in der obigen Grafik farblich unterschieden. Die blaue Linie stellt den Schalterschaft nach unten dar und die orange Linie stellt den Schalterschaft nach oben dar, den beweglichen Teil des Schalters.

Sie sollten die blaue Linie des absteigenden Kerns von links nach rechts betrachten. Was geht stattdessen von rechts nach links. Auf der X-Achse sieht man den Tastenweg, der von null Millimetern bei nicht gedrücktem Schalter bis zu vier Millimetern bei voll gedrücktem Schalter reicht. Dass die Linien der Y-Achse, die den Kraftaufwand darstellt, bei vier Millimetern ins Unendliche führen, steht am Endpunkt. Es geht einfach nicht weiter und man kann immer mehr Kraft aufwenden ohne die Position zu verändern.

An jeder gegebenen X-Position zeigt die Y-Position an, wie stark der Schalter gedrückt werden muss.

Das Cherry MX Blue Diagramm zeigt drei weitere wichtige Punkte: Drücken zeigt an, wann der Schalter aktiviert ist (Auslösepunkt). Loslassen, wenn ausgeschaltet (Neustartpunkt). Die Abweichung kurz vor dem Aktivierungspunkt beschreibt den taktilen Schlag, also die haptische Rückmeldung, bei der Betätigung. Bei linearen Schaltern ist die Linie ohne diesen Hub linear, da der Schalter kein haptisches Feedback gibt.

Kraftkurve in gelbem Gateron Bild: Gelb

Dank der Diagramme können Sie genau sehen, wie eine Taste gedrückt wird und wo und mit welcher Art von Rückmeldungen zu rechnen ist. Dies ersetzt natürlich nicht das Testen von Schaltern. Leider kann Ihnen kein Diagramm der Welt zeigen, wie es sich anhört und anfühlt.

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