Hamburger Klimacamp in Hamburg
Mehr als 90 Verletzte und der Streit darüber, wer zuerst das Pfefferspray eingesetzt hat
Stand: 15.08.2022 | Lesezeit: 3 Minuten
Klimaaktivisten blockieren Brücken und Bahngleise
In Hamburg haben tausend Klimaaktivisten Brücken und Bahngleise blockiert. Sie wollen gegen die Nutzung fossiler Brennstoffe protestieren, insbesondere gegen den geplanten Bau von Flüssiggasterminals im Hamburger Hafen.
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Am Wochenende gelang es Klimaaktivisten, Schienen und zwei Brücken in Hamburg zumindest kurzzeitig zu sperren. An einem bestimmten Ort kam es zu Zusammenstößen zwischen den Teilnehmern und der Polizei.
Bei der Blockade des Hamburger Klimacamps wurden bei Zusammenstößen zwischen Polizei und Aktivisten 37 Beamte und mehr als 60 Demonstranten verletzt. Zur Schwere der von der Polizei erlittenen Verletzungen gebe es noch keine Angaben, teilte die Polizei Hamburg am Montag auf Anfrage mit.
Unter den Aktivisten wurden nach Angaben der Organisation „Ende Gelände“ mehrere hundert Demonstranten nach einem Pfefferspray-Einsatz behandelt und mehrfach verletzte Aktivisten vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. Aktivisten gehen davon aus, dass mehr als 60 Demonstranten verletzt wurden, weil nicht alle Betroffenen erschienen sind.
Nach Angaben der Polizei wurden am vergangenen Samstag im Zusammenhang mit den Blockadeaktionen 58 Personen festgenommen. Alle seien inzwischen freigelassen worden, sagte er am Montag. In 526 Fällen fanden die Beamten auch personenbezogene Daten. Die Zahl der Strafverfahren steht noch nicht fest, da sich einige Anzeigen noch in Ausarbeitung befinden.
Pfefferspray, Schlagstöcke und Wasserwerfer
Mehrere Hundert Demonstranten haben am Sonntag im Stadtteil Hausbruch die Gleisanlagen der Hamburg Port Authority lahmgelegt und die Kattwykbrücke blockiert. Etwa 30 Aktivisten blockierten später die Köhlbrandbrücke, indem sie sich an den Händen hielten, sagte er. An den Blockaden beteiligten sich laut “Ende Gelände” mehr als 2.000 Aktivisten. Im Einsatz waren laut Polizei 1400 Beamte aus Hamburg und acht weiteren Bundesländern.
Am Sonntag versuchten Polizisten, zwei Klimaaktivisten zu trennen, die mit einem Eisenrohr an der Köhlbrandbrücke verbunden waren.
Quelle: dpa/Daniel Bockwoldt
Vor allem bei der Räumung der Kattwyk-Brücke kam es zu Zusammenstößen zwischen Aktivisten und der Polizei. Die Polizei setzte Pfefferspray, Schlagstöcke und Wasserwerfer ein. Ob die Aktivisten zuerst Pfefferspray eingesetzt haben, ist umstritten.
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Protestveranstalter kritisieren Polizeigewalt als “Willkür” gegen Klimaproteste. Besonders problematisch war laut “Ende Gelände”, dass die Polizei die Verletzten nicht schnell zu den Sanitätern durchließ.
Am Sonntag nahm die Polizei auch über Twitter ausführlich Stellung zur Nutzung der Kattwyk-Brücke. Insbesondere wehrt er sich gegen den Vorwurf der Verbreitung von Fake News. Durch die wiederholte Verwendung von Pfefferspray entsteht eine Aerosolwolke, die natürlich auch Auswirkungen auf die Einsatzkräfte hat, insbesondere in einer manchmal dynamischen Situation. Dies sei weder ausgeschlossen noch sei in der Mitteilung auf Twitter oder in der Pressemitteilung das Gegenteil beschrieben worden: „Wir weisen den Vorwurf der Fake News entschieden zurück.“
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Das Klimacamp findet vom 9. bis 15. August in Hamburg statt. Das Bündnis aus Linken und klimapolitischen Gruppierungen fordert mehr Klimagerechtigkeit. Sie kritisieren unter anderem, dass Öl- und Gasunternehmen von der Krise profitieren werden. „Während steigende Preise und Inflation fossiler Brennstoffe für viele Menschen zum Armutsrisiko werden, macht die Öl- und Gasindustrie Milliardengewinne“, so „Ende Gelände“.
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Angriff mit Pfefferspray
Neben den Blockaden gab es am Wochenende weitere Aufführungen und Aufzüge. Bei der ersten Großdemonstration am Samstagmorgen verließen rund 2.000 Menschen den Altonaer Volkspark. Der Slogan: „Gegen LNG, Kolonialismus und Extraktivismus – Zerschlagt den fossilen Kapitalismus!“ Nach Angaben der Polizei vom Sonntag beteiligten sich am Wochenende auch an anderen Demonstrationen bis zu einigen hundert Menschen.