Klimaschutzmaßnahmen: Land Niederösterreich „will nicht aufgeben“

Staatsoberhaupt Johanna Mikl-Leitner traf sich mit Vertretern des Klimarates zu einem Arbeitstreffen.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (VP) traf sich gemeinsam mit Landeshauptmann-Stellvertreter Stephan Pernkopf (VP) mit Vertretern des Niederösterreichischen Klimarates zu einem Arbeitstreffen im St. Petersburger Landhaus. Pölten. Themenschwerpunkte waren das Klima- und Energieprogramm Niederösterreich, der Ausbau erneuerbarer Energien sowie öffentlicher Verkehr und Mobilität.

Zu Beginn des Gesprächs skizzierte der Landeshauptmann die Maßnahmen, die Niederösterreich im Hinblick auf den Klimawandel umsetzt. „Wir haben in unserem Klima- und Energieprogramm 2030 mehr als 300 konkrete Maßnahmen notiert und setzen diese Schritt für Schritt um. Das ist unsere Verantwortung gegenüber Mutter Erde und wir werden sie nicht ignorieren.”

“Ziele, die Sie erreichen können”

Pernkopf ergänzt: „Wir haben uns erreichbare Ziele gesetzt. Ich glaube nicht daran, unerreichbare Ziele zu setzen. Das wäre reine Showpolitik.“ Daher wird in Niederösterreich vor allem der Ausbau erneuerbarer Energien massiv vorangetrieben: Neben einer Photovoltaik-Offensive wird die Stromerzeugung aus Wind im Land in den nächsten Jahren verdoppelt.

56 Prozent aller Windenergieanlagen Österreichs stehen in Niederösterreich

„56 Prozent aller Windkraftanlagen in Österreich stehen bereits in Niederösterreich“, sagte der Landeshauptmann. Bis 2030 wird Niederösterreich die Produktion von Windenergieanlagen verdoppeln, indem Teile der rund 750 leistungsstärksten bestehenden Windenergieanlagen „repowert“ und rund 200 neue Windenergieanlagen installiert werden. „Ab 2024 werden wir mehr Windräder abbauen als bauen, aber gleichzeitig die Produktion verdoppeln“, sagte Pernkopf.

„Man muss einen Mittelweg finden“

Um den Anteil des Individualverkehrs zu reduzieren, brauche es einen weiteren Ausbau des ÖPNV im Land, sagte Klimaratsmitglied Maria Prem. Landeshauptmann Mikl-Leitner betonte, es mache einen Unterschied, ob man in einer Metropole wie Wien lebe, wo klar sei, dass die U-Bahn im Minutentakt fahre, oder ob man in einem Bundesland wie Niederösterreich ÖPNV anbiete. „Man muss einen Mittelweg finden. Denn Autos wird es in Niederösterreich immer geben“, sagte Mikl-Leitner, der auch von der sogenannten „letzten Meile“ sprach.

Pernkopf erinnerte daran, dass Niederösterreich großen Wert auf Elektromobilität, Carsharing, Reisedienstleistungen und aktive Mobilität lege. Potenzial für die Bahn sieht der Landeshauptmann vor allem im Güterverkehr, hier liegt es aber an den ÖBB, die Kapazitäten auszubauen.

Leopold Liebl vom Klimarat sprach über Wohnungsbau und machte ein staatliches Förderprogramm für Sanierungen. Damit sollen bestehende Wohnbauten saniert und damit Flächenversiegelung und Zersiedelung in den Hintergrund gerückt werden. Walter Hutterer sagte, dass in Niederösterreich viel Gutes passiert, dass die Bevölkerung dem aber zu wenig Beachtung schenke. Werner Fischer betonte, dass Niederösterreich in der Klimapolitik bereits viel Gutes tue, etwa beim Ausbau erneuerbarer Energien, und ein gutes Beispiel für andere Bundesländer sein solle.

Nav-Compte wes Time16.06.2022, 14:30 | Uhrzeit: 16.06.2022, 14:30 Uhr

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