Veröffentlicht am 11. August 2022, 14:45 Uhr
Klöntalersee GL: „Der See ist definitiv krank und wütend“
Eine Schaumbildung am Ufer des Klöntalersees in Glarus Süd macht Anwohner und Mitglieder einer Facebook-Gruppe misstrauisch. Der Leiter der Abteilung Umweltschutz und Energie ordnet das Phänomen ein.
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Shannon Zangger
Katja Fassler
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Ein Anwohner des Klöntalersees fand am Sonntag an weiten Teilen des Seeufers dichten Schaum.
Er fragte sich, woher dieser Schaum kam, und postete das Foto in einer Facebook-Gruppe.
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Ich wollte wissen, ob jemand die Quelle kennt. In den Artikelkommentaren häufen sich schnell Vermutungen.
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Eine Facebook-Gruppe im Kanton Glarus rätselt, warum der Schaum an die Ufer des Klöntalersees gespült worden sein könnte.
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Einige vermuten, dass es sich um Wasserverschmutzung handeln könnte.
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Ein Experte verrät Tipps, wie auch Laien die Quelle des Schaums finden können.
In einer Facebook-Gruppe werden Einwohner des Kantons Glarus von der Schaumbildung am Ufer des Glarner Klöntalersees überrascht. Spekuliert wird, ob ausgelaugte Gülle oder gar Chemikalien der Auslöser für das Schäumen am Rande des Bergsees sind. „Das Foto ist am Sonntag im Klöntal entstanden“, sagt die Frau, die den Social-Media-Beitrag verfasst hat. Sie selbst hat keine Ahnung, was das für ein Schaum ist und woher er kommen könnte.
Eine Person in den Kommentaren hat eine Vorstellung davon, welche Substanz an Land gespült wurde. „Schaum bildet sich aus natürlichen Proteinen, so wie es im Meer passiert. Zum Verzehr ist er aber nicht geeignet“, schreibt er scherzhaft, „der See ist bestimmt krank und hat Wut“, schreibt ein anderer Comedian in der Kommentarfunktion
Natürliche Ursache im Vordergrund
Dem Glarner Amt für Umweltschutz und Energie sind keine Schadstoffe bekannt, die sich im Klöntalersee befinden sollen. Die Herkunft sei anhand eines Fotos nicht ohne Weiteres zu erkennen, wie Abteilungsleiterin Petra Vögeli auf Nachfrage sagt. Es ist jedoch durchaus möglich, dass diese Schaumansammlungen durch natürliche Gegebenheiten und die entsprechenden Wetter- und Windverhältnisse am Südufer des Sees entstehen.
Schaumbildung im Frühjahr und Sommer hat oft natürliche Ursachen: „Schaum entsteht aus Proteinen und Biotensiden, die sich zunächst auf dem Wasser anreichern. Dadurch wird die Oberflächenspannung reduziert. Wenn das Wasser in Bewegung gerät, kommt Luft hinzu und es entsteht Schaum, ähnlich wie beim Händewaschen mit Seife», sagt Vögeli. Dieser Schaum sammelt sich dann am Ufer, wo der Wind ihn hingeschoben hat. Er hat eine weisse bis gelblich-braune Farbe und enthält kleinste Pflanzen- und Insektenteile. „Außerdem riecht dieser Schaum eher erdig, oder wenn er Algen enthält, ein wenig fischig“, so Vogeli weiter.
Laientricks zur Erkennung von Verschmutzungen
Um zu beurteilen, ob der Schaum natürlichen oder nicht natürlichen Ursprungs ist, gibt es für einen Laien ein paar einfache Tricks: «Wenn der Schaum weiss bis braun gefärbt ist, handelt es sich wahrscheinlich um ein biologisches Produkt», sagt Vögeli. „Wenn die Schaumbläschen jedoch in allen Farben des Regenbogens leuchten und es nach Waschmittel, Parfüm oder Gülle riecht und das Wasser zudem trüb ist, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass Gülleflüssigkeiten, Abwässer oder Düngemittel ins Wasser gelangt sind Wasser.
Anschließend muss das Amt für Umweltschutz und Energie benachrichtigt werden, das das Wasser dann analysiert. Weiterhin sind Verunreinigungen, beispielsweise durch Gülle oder Stallmist, eher lokal erkennbar, während sich Naturschaum eher großflächig ausbreitet.
Eine andere Möglichkeit, die Situation einzuschätzen, ist die Entnahme einer Wasserprobe, die den Schaum enthält: „Du füllst den Schaum in eine Flasche. Zerfällt es und lässt sich auch durch Schütteln nicht regenerieren, ist von einem natürlichen Ursprung auszugehen“, erklärt der Abteilungsleiter. Auf der anderen Seite entsteht wieder Schaum, verursacht durch den Menschen, zum Beispiel durch Tenside. Um jedoch eindeutige Ergebnisse über die Substanz zu erhalten, muss die Probe ins Labor geschickt werden.
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