Knapp 450 Punkte verloren Der Anstieg der Schweizer Zinsen bremst den DAX stark aus
16.06.2022, 19:03
Nach der Entscheidung der Fed, den US-Leitzins anzuheben, ziehen die nationalen Zentralbanken Europas nach. Das gibt den Aktienmärkten nicht gerade Auftrieb. Der deutsche Leitindex bewegt sich in Richtung 13.000.
Die Zentralbanken belasten die Aktienmärkte zunehmend mit ihren Zinserhöhungen, um die hohe Inflation einzudämmen. Am heutigen Donnerstag setzte eine unerwartet deutliche Zinserhöhung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) die ohnehin schwachen Aktienmärkte Europas stark unter Druck. Der Rückgang vertiefte sich, nachdem US-Aktien nach ihrer Erholung Mitte der Woche mit Verlust gehandelt wurden.
Dax 13.038,49
In Frankfurt brach es zusammen DAX auf die runde Marke von 13.000 Punkten zu und verlor schließlich 3,31 Prozent auf 13.038,49 Punkte (Vortag: 13.485,29). Damit notiert der deutsche Leitindex auf dem niedrigsten Stand seit Anfang März. Aus MDAX der durchschnittlichen Aktien fielen um 3,77 Prozent auf 26.735,77 Punkte, nachdem sie den niedrigsten Stand seit November 2020 erreicht hatten.
Überraschend erhöhte die SNB den Leitzins um 0,50 Prozentpunkte und begründete dies als Massnahme gegen den Inflationsdruck. Kaum ein Ökonom rechnete laut einem Marktteilnehmer damit, dass die Schweizerische Nationalbank zu diesem Zeitpunkt in die Riege der zinskassierenden Notenbanken aufrücken würde. Neben der SNB erhöhte auch die Bank of England (BoE) im Tagesverlauf ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent. Dies wurde erwartet.
BASF 45.57
Der Markt konzentrierte sich nach einer niedrigeren Prognose von Asos und einem enttäuschenden Zwischenbericht von Boohoo auf Online-Modehändler. Dies setzte den Aktionen des deutschen Konkurrenten ein Ende Zalando deutlich unter Druck. Zeitungen fielen um 12,4 Prozent auf das Schlusslicht des DAX. Auch die anderen 39 Indexwerte schlossen in Rot. Die Aktionen von BASF ich Uniper Auch sie gehörten mit hohen Kursverlusten von 6,9 bzw. 9,7 Prozent zu den schwächsten Titeln. Hauptgrund dürfte eine Drosselung der Gaslieferungen des russischen Energiekonzerns Gazprom nach Deutschland sein. Bei BASF etwa bedroht eine mögliche Einstellung der russischen Gaslieferungen die Produktion am Chemiestandort Ludwigshafen.
Der Leitindex der Eurozone EuroStoxx 50 verlor 2,96 Prozent auf 3.427,91 Punkte. Der Cac 40 in Paris geriet etwas weniger unter Druck, während der FTSE 100 in London gut 3 Prozent nachgab. In New York fiel das führende Industriebarometer Dow Jones zum Handelsschluss in Europa um 2,5 Prozent.
Neuigkeiten über das Geschehen an der Frankfurter Wertpapierbörse können Sie an unserem Börsentag nachlesen.
Aus Euro profitierte von schwachen US-Konjunkturdaten und kostete zuletzt 1,0513 US-Dollar. Die EZB legte den Referenzkurs auf 1,0400 US-Dollar (Mittwoch: 1,0431 US-Dollar) fest. Aus Dollar kostet 0,9615 (0,9587) Euro. Die Kurse an den Anleihemärkten brachen ein. Dagegen stieg die Umlaufrendite von 1,66 Prozent am Vortag auf 1,72 Prozent. Der Rentenindex REX fiel um 0,27 Prozent auf 130,47 Punkte.