Aufgrund der Schwere der Verletzungen ihres Babys entschied ein Einzelrichter am Landesgericht Linz, dass die Eltern im Prozess am Dienstag unzuständig seien. Die 26-jährige Mutter und der 24-jährige Vater wurden beschuldigt, ihren Sohn gefoltert zu haben.
06.07.2022 13/41
Online seit gestern um 13:41
Doch laut dem medizinischen Sachverständigen habe sich der Verdacht der vorsätzlichen schweren Körperverletzung ergeben. Am Ende erklärte sich der Richter für unzuständig und verwies den Fall an einen Schöffen.
Serielle Rippenfrakturen und Schädelfrakturen
Am 20. März 2020 wurde der Sohn einer Österreicherin und ihres Mannes aus Bangladesch vorzeitig geboren. Zehn Tage nach der Geburt durfte sie nach Hause zurückkehren. Laut Anklage erlitt das Kind vom 13. April bis 16. Mai das Martyrium: Bruch des rechten Oberschenkels, Brüche der Wachstumsfugen beider Arme, Brüche in Rippenreihen und wahrscheinlich ein Schädelbruch. In dieser Zeit sollen die Angeklagten das Baby mehrfach vergewaltigt haben. Ein Arzt aus einem Krankenhaus in Linz hatte den Missbrauch bei der Polizei angezeigt, nachdem sein Vater mit einem gebrochenen Oberschenkel in die Klinik gekommen war.
“Pass immer gut auf das Kind auf”
Die Mutter sagte dem Gericht, sie und ihr Mann hätten „sich immer gut um das Kind gekümmert“. Sie packte das Baby immer so, wie man es ihr im Krankenhaus gezeigt hätte. Es gibt keine Erklärung für die große Zahl der Massenverletzten. Von Zeit zu Zeit habe das Baby viel geweint, räumte der Vater ein. „Ich habe meinerseits immer alles versucht, um den Grund zu finden“, sagte er dem Richter. Auch von den Verletzungen will er nichts wissen. Selbst die mobile Kinderkrankenschwester, die die junge Familie zu Hause betreute, bekam nach ihrer Aussage nichts mit. Auch die Großmutter des kleinen Jungen, die zunächst in der Wohnung der jungen Familie wohnte, habe nichts bemerkt, sagt sie. Aufgrund der unklaren Lage wurde der Prozess im März dieses Jahres verschoben.
“Es ist nichts, was dir unbeabsichtigt passiert”
Am Dienstag sagte der medizinische Sachverständige sein. Und seine Diagnose war eindeutig: Das Baby hatte „wirklich massive Verletzungen“ in verschiedenen Heilungsstadien. „Es ist nichts, was einem unbeabsichtigt passiert“, sagte er. Da das Kind keine Störungen des Knochenstoffwechsels hatte, war die einzige Erklärung für den Arzt die “massive Heftigkeit” der schweren Verletzungen. Auch bei einem Baby ist der Oberschenkelknochen am stärksten und bricht nicht so leicht. Und die Art der Rippenbrüche in Serie deutet auf heftiges Greifen und Schütteln hin, weil diese Brüche im Rücken aufgetreten sind.
Richter im Zug
Der Richter sprach daraufhin das Urteil wegen Unfähigkeit aus. Schöffen sollen sich mit dem Vorwurf der vorsätzlichen schweren Körperverletzung auseinandersetzen. In diesem Fall drohen den Eltern bei einer Verurteilung zwischen einem und zehn Jahren Haft. Die Angeklagten bestätigten seinen Freispruch. Sie und die Staatsanwaltschaft haben sich nicht geäußert, das Urteil ist also nicht rechtskräftig.