Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiterhin in den Hürther Vergiftungsfällen. Ein Verdächtiger sitzt in Untersuchungshaft. Hat Ihr Kind auch ein Bewusstsein?
Das Ausmaß der mutmaßlichen Vergiftung in Hürth ist einem Bericht zufolge womöglich größer als bisher angenommen: Ein Sprecher des Amtsgerichts Köln sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (KStA) am Dienstag, dass es sich bei dem kürzlich geborenen Baby um die Ex des Angeklagten handelt . Das Paar ist inzwischen gestorben.
Im vergangenen Jahr wurde bei der Mutter des inzwischen verstorbenen Kindes eine schwere Thalliumvergiftung diagnostiziert, wodurch die Frau zeitweise in Lebensgefahr schwebte. Dabei stellte sich heraus, dass sowohl die im April vergangenen Jahres verstorbene Großmutter des 36-Jährigen als auch die ebenfalls verstorbene Ex-Frau des Tatverdächtigen Opfer einer Vergiftung wurden
Vergiftung durch Hürth: Er ordnete die Obduktion eines Säuglings an
Die Spur führte schnell zum Angeklagten, der die Vorwürfe bis heute bestreitet. Laut „KStA“ hat das Amtsgericht nun eine Obduktion des Neugeborenen angeordnet. Sollte sich herausstellen, dass der Angeklagte auch für den Tod des Minderjährigen verantwortlich ist, müsste sich der junge Mann, 41 Jahre alt, wegen eines weiteren Kapitalverbrechens verantworten. Die Anklage wirft der inhaftierten Hygienetechnikerin zweifachen Mord, versuchten Mord und versuchten Schwangerschaftsabbruch vor.
Seine Schwiegermutter, seine Ex-Frau, seine damalige Lebensgefährtin und sein Sohn wären dann womöglich Opfer von Hürths Vergiftung. Trotz aller Dementis des Angeklagten sei die Beweislast der Staatsanwaltschaft schwer, berichtet die Zeitung. Demnach seien in der Jackentasche des Angeklagten eine Dose des hochgiftigen Thalliums und eine Spritze mit Kaliumchlorid gefunden worden, eine tödliche Kombination.
Er soll sich auch online über die Folgen von Thallium während der Schwangerschaft informiert und eine Abschlussarbeit über Vergiftungen während der Schwangerschaft gelesen haben. Thallium wurde einst als Rattengift verwendet. Vergiftungserscheinungen reichen von Herzrasen, Krämpfen oder Blutungen im Magen-Darm-Trakt, Leber- und Nierenschäden bis hin zu Bewusstlosigkeit und Koma.