Kommunalwahlen zum Bürgermeister in Thüringen: Die Ergebnisse im Überblick

Rund 76 Prozent der neu gewählten Amtsträger in Thüringen stellen Einzelbewerber, kommunale Wählervereinigungen und kleinere Parteien. Nur 20 Prozent der am Sonntag gewählten Neukandidaten stammen aus der CDU, je ein bis zwei Prozent aus der SPD und der Linken. Zwei von sieben hauptamtlichen Bürgermeisterämtern müssen für eine zweite Runde entschieden werden.

Rund 210.000 Thüringer konnten aus 318 Städten in Thüringen wählen. Neben sieben hauptamtlichen und 318 hauptamtlichen Gemeindevertretern sollten auch 117 Orts- und Bezirksbürgermeister gewählt werden. Die Ergebnisse im Überblick:

Hauptamtliche Bürgermeister:

In Sonneberg bestätigten die Wähler Altbürgermeister Heiko Voigt (pl) mit 66,2 Prozent der Stimmen im Amt. Zweitplatzierte ist Uta Bätz von der CDU mit 20,4 Prozent. Thomas Heine von der Linken erhielt 9,1 % der Stimmen. Die einzige parteilose Kandidatin Regina Müller erreichte 4,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 44 %. CDU-Bundesparteichef Friedrich Merz war erst vergangene Woche in die Kreisstadt gereist und hatte versucht, Bätz zu unterstützen.

Am 26. Juni findet in Leinefelde-Worbis ein zweiter Wahlgang statt. Wie Rektor Jürgen Unger gegenüber MDR THÜRINGEN sagte, trifft Amtsinhaber Marko Grosa (CDU) auf Christian Zwingmann (pl). Grosa erhielt 41,1 Prozent der Stimmen, Zwingmann 25,9. Insgesamt drei Rivalen traten mit Grosa bei der Wahl an.

Auch im Büro Wachsenburg im Ilmkreis braucht es eine zweite Runde. Im ersten Wahlgang erhielt Matthias Eschrich, der gemeinsame Kandidat der CDU und des Vereins „Bürger aktiv“, 48 Prozent der Stimmen. 42 Prozent gingen an Sebastian Schiffer, einen Kandidaten der Freien Wachsenburger Straßen-Schulen-Bürger und der Grünen.

In Dermbach auf der Wartburg wurde Thomas Hugk von der CDU mit 87,2 Prozent wieder zum Bürgermeister gewählt. Hugk war der einzige Kandidat und erhielt rund 87 Prozent der gültigen Stimmen. Rund ein Drittel der rund 6.150 Wahlberechtigten hat an der Wahl teilgenommen. Davon reichten zehn Prozent ungültige Stimmzettel ein. Knapp 13 Prozent nominierten weitere Kandidaten, die maximal 24 Stimmen erhielten.

Die Stadt Werra-Suhl-Tal hat mit Maik Klotzbach einen neuen Bürgermeister. Der 37-Jährige erhielt 69,7 % der Stimmen. Der SPD-Bezirksvizepräsident kandidierte als einziger Kandidat. Lars Bergmann von der CDU erhielt 27,5 Prozent der Stimmen.

Im Weimarer Land Kranichfeld heißt der neue Bürgermeister Jörg Bauer, der für die Wählergruppe „Aktiv für Kranichfeld“ kandidierte. Der 48-jährige Berufssoldat, der sich als Mitglied der SPD ausgibt, schlug Thomas Torsten Jäger von der CDU deutlich mit 88,2 Prozent.

In Wasungen im Kreis Schmalkalden-Meiningen wurde Thomas Kästner mit 97 Prozent wiedergewählt. Kästner war der einzige Kandidat.

Ehrenamtlicher Bürgermeister. Ein Blick auf die Regionen Thüringens

Die Erfurter Stadtteile Waltersleben und Berliner Platz haben neue ehrenamtliche Bezirksbürgermeister. Nach Angaben der Stadt gewannen Bianca Rudolph von der CDU und Berliner Platz Klaus-Werner Fischer von der Linken die Wahl in Waltersleben. Seine Vorgänger waren aus persönlichen Gründen zurückgetreten. Bianca Rudolph erhielt in Waltersleben 77,3 % der Stimmen. Klaus-Werner Fischer hielt den Ball mit klaren 60 Prozent Ballbesitz. Jeder hatte einen Gegner.

In den Städten Geismar, Uder und Küllstedt im Eichsfeld bleiben die langjährigen Bürgermeister der CDU im Amt. Martin Kozber aus Geismar und Gerhard Martin aus Uder hatten bei der Wahl am Sonntag keine Gegenkandidaten; sie erhielten 85 bzw. 98 Prozent der Stimmen. Auch die CDU-Abgeordnete Christina Tasch aus Küllstedt wurde mit 74 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Oppositionskandidat Christopher Drößler von der AfD erreichte 26 Prozent. In Gernrode trat Sebastian Windolph (FWG) als neuer Bürgermeister gegen Christiane Farke (CDU) an. Marion Frant (CDU) schlug Geisleden mit 94,9 Prozent. Insgesamt gab es im Eichsfeld 45 Bürgermeisterwahlen, davon acht Stichwahlen in zwei Wochen, weil keiner der Kandidaten mehr als 50 Prozent der Stimmen erhielt.

Bei der Wahl wurden schließlich zehn ehrenamtliche Bürgermeister des Kyffhäuser-Kreises im Amt bestätigt. Unter anderem übernahmen Sebastian Koch (Hofen), Maik Steinacker (Niederbösa) und Denis Kiel (Rockstedt) erneut die Führung. Ubs Ludwig von Kalbsrieth hatte bei seiner Wiederwahl mit 99,2 Prozent die besten Chancen. In Oberbösa setzte sich der bisherige stellvertretende Bürgermeister Steffen Köhne mit 71 Prozent der Stimmen gegen Amtsinhaber Jens Steinacker durch.

Der Leiter der Verwaltungsgemeinschaft Bad Tennstedt, Thomas Frey, ist zum Bürgermeister von Wundersleben im Nachbarkreis Sömmerda gewählt worden. Bei seiner ersten Kandidatur zum Ehrenbürgermeister erhielt Frey 58 Prozent der Stimmen; CDU-Abgeordnete Heldgard Bierbach erreichte 42 Prozent. Frey, 55, startete bei den Faschingsfreunden Wundersleben; seit 2016 ist er hauptamtlicher Geschäftsführer der Verwaltungsgemeinschaft Bad Tennstedt.

Im Kreis Unstrut-Hainich wurden acht ehrenamtliche Bürgermeister wiedergewählt. Die CDU-Bürgermeister Jens Weimann und Klaus Zunke-Anhalt bleiben nach vorläufigem Ergebnis in Bad Tennstedt und Rodeberg im Amt. Auch Jörn Sola in Blankenburg, Marko Wartmann in Großvargula, Denis Voigt in Haussömmern, Roland Schmöller in Urleben und Joachim Haase in Altengottern wurden von den Wählern bestätigt. Kirchheilingens Jan Behner siegte erneut mit neun Stimmen Vorsprung vor Ralf Schwarzkopf. In Hornsömmern muss Bürgermeister Heinz Schröder im zweiten Wahlgang kandidieren; erhielt 48,5 % der Stimmen, während Rivale Andy Gröger 37,1 % erhielt.

Generationswechsel in Katzhütte: Nach 28 Jahren hat die Gemeinde Saalfeld-Rudolstadt einen neuen Bürgermeister. Mehr Stimmen erhielt laut vorläufigem Ergebnis die gelernte Kauffrau Ramona Geyer. Er erhielt rund 53 Prozent der Stimmen. Der ehemalige Bürgermeister von Katzhütte, Wilfried Machold, stellte sich aus Altersgründen nicht mehr zur Wiederwahl. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 71 Prozent. Auch Vorstandsmitglied Michael Zimmer kandidierte für die Wahl. Er erhielt etwa 47 Prozent der Stimmen.

In Ranis im Saale-Orla-Kreis ist Marcus Pavel (freie Wähler) zum neuen ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt worden. Pavel erhielt rund 74 Prozent der Stimmen. Er löst den langjährigen Bürgermeister Andreas Gliesing (Gewerbeverband) ab. Gliesing war fast 30 Jahre lang an der Spitze. Er war kein Kandidat mehr. Ranis gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Ranis-Ziegenrück. In Ziegenrück wurde Betriebswirt Chris Lange zum neuen ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt. Er löst Horst Maschke (parteilos) ab, der zwei Amtszeiten Bürgermeister war.

In Goldisthal im Landkreis Sonneberg entscheidet erst ein zweiter Wahlgang über den neuen Bürgermeister. Keiner der drei Kandidaten konnte die Mehrheit auf sich vereinen. Die Kandidaten Rocco Elsmann und Kay Machold treten zum Wahltermin in zwei Wochen erneut gegeneinander an. Elsman erhielt laut vorläufigem Ergebnis 45,6 Prozent der Stimmen. Machold erreichte 39,8 Prozent. Die Beteiligung betrug 82,9 %. Marion Knispel als dritte Kandidatin kam auf 14,6 Prozent und ist damit aus dem Rennen. Amtsinhaber Rainer Girbarth (pl) ist nicht mehr im Amt.

Die Gemeinden Rhön de Mehmels und Oberkatz (Kreis Schmalkalden-Meiningen) haben ihre Bürgermeister ohne offizielle Kandidaten gewählt. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes stimmten in Mehmels fast 63 Prozent der Wähler für den bisherigen Amtsinhaber René Gramann. Sie haben seinen Namen auf den Stimmzettel geschrieben. Gramann, der keine Partei vertritt, sagte gegenüber MDR THÜRINGEN, er habe die Wahl angenommen, obwohl er nicht mehr kandidiert habe. In Oberkatz stimmten 80 von 118 Wahlberechtigten für Detlef Nicolmann. Erst in den letzten Tagen hatte er ohne offizielle Kandidatur als Bürgermeister kandidiert. In der Landkreis Hohe Rhön tagt der Wahlvorstand am Montagnachmittag. Danach liegt es an Nicolmann, die Wahl anzunehmen. Für Oberkatz war es die zweite Wahl in Folge zum Bezirksbürgermeister ohne Kandidat. Das Dorf mit etwa 270 Einwohnern ist ein Ortsteil der Stadt Kaltennordheim.

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