Kongress beleuchtet Kapitolsturm: Donald Trump knallt „Scheingericht“

Kongress beleuchtet Kapitolsturm Donald Trump gegen „Scheingericht“

22.07.2022, 20:17 Uhr

Stundenlang sieht US-Präsident Trump zu, wie ein gewalttätiger Mob durch den Kongress wütet. Ein U-Ausschuss zu den Geschehnissen rund um den Capitol-Sturm im Januar 2021 zeigt, wie unvernünftig der Republikaner auch einen Tag nach dem Ereignis war. Daran hat sich auch in der Gegenwart nichts geändert.

Der frühere US-Präsident Donald Trump hat die parlamentarische Untersuchung zum Sturm auf das Kapitol vehement angegriffen und als „Scheingericht“ bezeichnet. Auf dem von ihm selbst gegründeten Online-Netzwerk Truth Social kritisierte Trump die Leiche als “korrupt und höchst parteiisch”.

In einer öffentlichen Anhörung am Donnerstag warf der Kongressausschuss Trump vorsätzliche Untätigkeit vor, als seine Anhänger am 6. Januar 2021 den Sitz des Kongresses der Vereinigten Staaten in Washington stürmten Angreifer unter Verletzung seines Amtseids.

Am nächsten Tag wiederholte Trump seine unbewiesene Behauptung, seine Niederlage gegen den amtierenden Präsidenten Joe Biden bei den Wahlen im November 2020 sei manipuliert worden. “Sie haben mir und unserem Land eine Wahl manipuliert und gestohlen. Amerika fährt zur Hölle. Soll ich glücklich sein?”, schrieb der 76-Jährige, der erwägt, 2024 erneut für das Weiße Haus zu kandidieren.

Trump stellte in Frage, warum das U-Komitee den Geheimdienst, der für den Schutz des Präsidenten zuständig ist, nicht zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen befragt habe. “Weil sie die Antwort kennen und sie nicht mögen. Scheingericht!”, schrieb Trump. Er verwies auf Vorwürfe, er habe am 6. Januar 2021 versucht, dem Fahrer die Kontrolle über seine Limousine zu entreißen, um sich den Demonstranten anzuschließen.

Unterdessen wurde ein Video, das Ausschnitte einer aufgezeichneten Rede des damaligen Präsidenten vom 7. Januar 2021 zeigt, auf dem Kurznachrichtendienst weit verbreitet, was Trump seit einiger Zeit nicht ankündigen konnte. Einen Tag nach dem verheerenden Angriff auf das US-Kapitol weigerte sich Trump, über ein „Wahlende“ zu sprechen. In auf Twitter geposteten Videomitschnitten sagte er: „Ich will nicht sagen, dass die Wahl vorbei ist“ – obwohl das im Entwurf der Rede stand. In der Rede kündigte Trump an, die Macht an Wahlsieger Joe Biden zu übergeben, nachdem der Druck auf ihn durch den Sturm auf das Kapitol zu groß geworden sei.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *