Konservative in Europa: Manfred Weber ist jetzt Chef von Markus Söder

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Manfred Weber ist jetzt Chef von Markus Söder

Stand: 31.05.2022 | Lesezeit: 3 Minuten

Manfred Weber (CSU) ist neuer EVP-Chef

Quelle: dpa

Christdemokratische Parteien in Europa haben den CSU-Politiker Manfred Weber zu ihrem neuen Präsidenten gewählt. Ihre zentralen Themen sind der Schutz der Außengrenzen und die Bekämpfung der Korruption. Mit einer neuen Macht könnte sie nun das wohl größte Problem in der EU angehen.

CSU-Vizepräsident Manfred Weber ist zum neuen Vorsitzenden aller in der Europäischen Volkspartei (EVP) zusammengeschlossenen christdemokratischen Parteien Europas gewählt worden. Indirekt wurde er auch neuer Chef des CSU-Präsidenten Markus Söder, dessen Partei ebenfalls der EVP angehört. Weber war der einzige Kandidat. Er erhielt 89 Prozent der Stimmen.

Der 49-Jährige folgt auf den ehemaligen polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk. Der Niederbayern wird künftig für die EVP die Positionen der konservativen Regierungen im Vorfeld von EU-Gipfeln koordinieren und die anstehende Europawahl 2024 vorbereiten. Allerdings stellt die EVP nur sieben von insgesamt 27 Regierungschefs.

Weber ist seit 2014 Vorsitzender der konservativen Mehrheitsfraktion im Europaparlament. Mit dem neuen Amt dürfte er seine Macht auf europäischer Bühne weiter ausbauen. Er ist jetzt definitiv der wichtigste Politiker im EU-Parlament.

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In der Vergangenheit hatte Weber als Chef von 176 Abgeordneten aus 27 Ländern wichtige Akzente gesetzt. Die Stärkung der europäischen Grenzschutzbehörde Frontex ist maßgeblich Weber zu verdanken, der den besten Schutz der Außengrenzen bald zum Thema machte. Gegen den Widerstand von Altkanzlerin Angela Merkel setzte sie sich auch für den sogenannten Rechtsstaatsmechanismus ein, wonach korrupte Regierungen künftig EU-Gelder zurückzahlen müssen.

Webers großes Thema: EU-Reform

Die europaweite Förderung innovativer Impfstoffe, zum Beispiel in Krebs- oder Kronentherapien, ist maßgeblich auf seine Mitinitiative zurückzuführen. Mit Kritik an der EU-Kommission hielt sich Weber in den vergangenen zwei Jahren jedoch eher zurück. Das dürfte sich in den kommenden Jahren ändern.

Webers Hauptanliegen ist derzeit die Reform der EU, notfalls durch Verfassungsänderungen. „Schließlich müssen wir die grundlegende Architektur der europäischen Entscheidungsmechanismen testen“, sagte der neue Parteichef.

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Sie will das Einstimmigkeitsprinzip für EU-Entscheidungen abschaffen, damit Länder wie Ungarn nicht mehr blockieren können. Aber was für die Außenpolitik gelten würde, würde wahrscheinlich auch für Finanzfragen gelten. Ob dies im deutschen Interesse ist, ist fraglich, weil es die verschuldeten Staaten stärken würde.

Wie die Zukunft für Weber aussieht, ist unklar. Wollen Sie nach zehn Jahren immer noch Chef der EVP-Fraktion bleiben? Oder kehrt er irgendwann nach Deutschland zurück? Weber selbst lehnt eine Stellungnahme strikt ab. Immer wieder wird sein Name als möglicher Nachfolger Söders genannt, neben dem mächtigen Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe in Berlin, Alexander Dobrindt, und der bayerischen Landtagssprecherin Ilse Aigner.

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Auch in den eigenen Reihen ist er mittlerweile umstritten. In Teilen der CSU wird dem Francoisten vorgeworfen, “kein globales Konzept oder keine Strategie” für die Zukunft zu haben. Ob die Christsozialen im nächsten Jahr mit Söder in den Landtagswahlkampf gehen, ist noch offen.

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