Kosovo: Unruhen im Grenzgebiet zu Serbien

An der Grenze des Kosovo zu Serbien sind die Spannungen wegen eines Streits um serbische Autokennzeichen und Einreisedokumente gestiegen. Letzte Nacht blockierten Demonstranten mit Kies beladene Lastwagen auf den Zufahrtsstraßen zu den beiden Grenzübergängen Jarinje und Bernjak. Die Grenzübergänge mussten laut Polizei aus Sicherheitsgründen geschlossen werden.

Es seien auch Schüsse “in Richtung der Polizeieinheiten gefallen, aber glücklicherweise sei niemand verletzt worden”. Über drei Stunden lang waren Luftschutzsirenen in der hauptsächlich serbischen Stadt Mitrovica zu hören. Die Regierung in Belgrad flog Kampfjets nahe der Grenze.

Proteste schon 2021

Hintergrund der Eskalation ist die Regelung, serbische Autokennzeichen auf kosovarische Kennzeichen umzustellen. Die Initiative scheiterte ein Jahr zuvor an ähnlichen Protesten. Außerdem müssen alle serbischen Staatsbürger ab dem 1. August bei der Einreise ein zusätzliches Dokument vorlegen. Die Behörden in Belgrad wenden bereits eine ähnliche Regel auf Kosovaren an, die Serbien besuchen.

Nach erneuten Spannungen und Konsultationen mit den Botschaftern der Europäischen Union und der USA sagte die Regierung gestern Abend, dass sie ihren Plan um einen Monat verschieben und am 1. September mit der Umsetzung beginnen werde.

Das Kosovo erklärte 2008 einseitig seine Unabhängigkeit von Serbien, ein Schritt, der von den meisten westlichen Ländern anerkannt wird. Neben Serbien und der UN-Vetomacht Russland sind auch fünf EU-Staaten an diesem Schritt gescheitert, weshalb der völkerrechtliche Status des Kosovo umstritten bleibt.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *