9.06.2022 15:15 (Akt. 9.06.2022 15:15)
Konsequenzen für offenes Lehrpersonal © APA / Landespolizeidirektion Vorarlberg
Nach der dramatischen Rettung von 99 Schülern und acht Lehrern im Raum Ludwigshafen, die Probleme am Berg im Kleinwalsertal hatten, ist unklar, wer die erheblichen Kosten der Rettungsaktion tragen wird. Wie der Sprecher der Bergrettung Vorarlberg, Klaus Drexel, auf APA-Anfrage erklärte, werden derzeit Einzelposten zur Kostenkalkulation erfasst. „Es bleibt abzuwarten, wem die Kosten in Rechnung gestellt werden“, sagte Drexel am Donnerstag.
Nach der Rückkehr will die Aufsichtsbehörde der zuständigen Schule wissen, ob es rechtliche Konsequenzen für Lehrkräfte gibt, die Schüler im Alter von zwölf bis 14 Jahren mit teilweise unzureichender Ausrüstung und ohne fundierte Routenplanung von Schöntal über Hirschegg zum Walmendinger Horn geleitet haben. 1.990 Meter von den Schulklassen entfernt. „Es ist noch zu früh, um das zu sagen. Schüler und Lehrer sind noch im Kleinwalsertal“, sagte Eveline Dziendziol von der Betreuungs- und Servicedirektion (ADD) Trier. Nach der Rückkehr werde man mit den Lehrern sprechen, die an der Organisation der Tour beteiligt waren, sagte Dziendziol im Gespräch mit der APA: „Ich denke, sie sind nach bestem Wissen und Gewissen vorgegangen.“
Die unmarkierte Route, die die Lehrer im Internet gefunden hatten, führte durch den Heuberggrat, nass und rutschig aufgrund früherer Regenfälle. Als eine Untergruppe unerfahrener Alpendeutscher sich entschied, zurückzutreten, rutschten zwei Schüler aus und erlitten leichte Verletzungen. Dadurch gerieten einige Kinder in Panik. Ein Notruf wurde abgesetzt und später wurden 70 Personen von zwei Hubschraubern mit Rettungs- und Tauevakuierungsausrüstung gerettet. Die anderen gingen in Begleitung der Bergrettung zu Boden.
Durchnässte und unterkühlte Kinder wurden von einem Kriseninterventionsteam (KIT) betreut. „Natürlich war die Aufregung groß. Die Stimmung ist jetzt ziemlich gut. Dank der psychologischen Betreuung und nachdem alle eingeschlafen sind, sind die meisten sehr glücklich“, sagte Dziendziol. Nach Rücksprache u.a. mit Psychologen und dem Kontakt mit den Eltern wurde entschieden, die Klassenfahrt nicht abzusagen, sondern fortzusetzen. Auf die Frage, was die Schüler am Donnerstag gemacht hätten, antwortete der Vertreter der Schulaufsichtsbehörde: „Ich schätze, sie sind im Tal geblieben.“ Auch in tieferen Lagen bietet das Kleinwalsertal interessante niederschwellige Angebote.
Wie ursprünglich geplant, kehren die Studierenden am morgigen Freitag mit dem Bus nach Deutschland zurück. Nächste Woche sollen dramatische Vorkommnisse an der Schule weiter verarbeitet werden, und Psychologen werden wieder anbieten, sowohl mit Schülern als auch mit Lehrern zu sprechen.