Kreis Kleve: Silke Gorißen wird NRW-Landwirtschaftsministerin

29. Juni 2022 um 19:52 Uhr

Landrätin Kleve: Silke Gorißen zur NRW-Landwirtschaftsministerin ernannt

Das erste offizielle Bild als Ministerin: Silke Gorißen wird künftig in Düsseldorf arbeiten.
Foto: dpa / Marius Becker

Kreis Kleve Der ehemalige Landrat Kleve ist überraschend zum neuen Staatsminister ernannt worden. Er verantwortet künftig das Ressort Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Zandra Boxnick übernimmt die administrativen Geschäfte. Im Bezirk stehen Neuwahlen an.

Kreis Kleve Im Kreis Kleve gibt es eine politische Sensation. Silke Gorißen (CDU) ist keine Landrätin mehr: Hendrik Wüst hat sie ins neue NRW-Kabinett berufen. Sie wird Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Kurz nach 14 Uhr legte er im Düsseldorfer Landtag seinen Eid ab: „Ich schwöre, so helfe mir Gott.“ Die Entscheidung für Gorißen kam völlig überraschend.

Seine Wahl begründete Wüst kurz zuvor: Die Kanzlei brauche Kompetenz, Durchsetzungsvermögen und einen klaren Kompass. „Das alles hat unser zukünftiger Minister für Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Sie ist Verwaltungsleiterin mit langjähriger Erfahrung in der Kommunalverwaltung im ländlichen Raum, kommt aus dem ländlichen Raum, kennt den ländlichen Raum und genießt das Vertrauen des ländlichen Raumes. Daher bin ich sehr glücklich und dankbar, sie in unserem zukünftigen Team begrüßen zu dürfen.“ Für Gorißen folgte auf den ersten Tag im Amt ein Vorgeschmack auf künftige Geschäfte: Bis tief in die Nacht saß er in den ersten Sitzungen.

Wahr ist aber auch: Aufgrund ihrer Berufung zur Ministerin wird Silke Gorißen nicht mehr Landrätin im Kreis Kleve sein. Es wird also im Bezirk Neuwahlen geben, und die Parteien müssen sich für den nächsten Wahlkampf neu formieren. Nach Abstimmung mit den obersten Behörden erfolgt zeitnah eine detaillierte Kommunikation durch die Kreisverwaltung, wie am Mittwoch mitgeteilt wurde. Die Generalbevollmächtigte des Landrats, Zandra Boxnick, wird die Verwaltungstätigkeit mit sofortiger Wirkung fortführen. Vom Kreistag gewählte Stellvertreter sollen nach Möglichkeit bei der Bestellung der Stellvertreter anwesend sein.

Für Silke Gorißen ist die Ernennung zur Ministerin der bisher größte Sprung ihrer politischen Karriere. Viel Zeit zum Nachdenken blieb nicht: Die Anfrage kam laut Parteikreisen in kürzester Zeit. Wüst und Gorißen kennen sich seit ihrer Zeit bei der JU und sollen sich auch darüber hinaus gut verstanden haben. Der 50-jährige Jurist und Vorsitzende der CDU Bedburg-Hau wurde 2020 zum ersten Landrat im Kreis Kleve gewählt. Anschließend gewann er das Match gegen Dominik Feyen und in der zweiten Runde schließlich gegen Kandidat Peter Driessen. Gorißen war nur einer von drei CDU-Landräten in Nordrhein-Westfalen.

Parteikreisvorsitzender Günther Bergmann, Landtagsabgeordneter, gratulierte Gorißen zu seiner Ernennung. „Wir freuen uns, dass der Kreis Kleve einen Minister und einen Staatssekretär hat“, sagte er. Am Mittwoch wurde außerdem bekannt gegeben, dass Daniela Lesmeister aus Kleve Staatssekretärin im Innenministerium von Herbert Reul wird. Obwohl es Gorißens Ernennung sei, stelle sie nun auch die Politik vor Herausforderungen, sagte Bergmann. “Jetzt müssen wir alles für eine kurzfristige Neuwahl vorbereiten, aber wir haben gute Leute in der Partei.” Wenig überraschend hat er den Landrat gewählt. „Hendrik Wüst und Silke Gorißen kennen sich schon lange. Sie ist gut mit dem Land verbunden und kann sich in jedes Thema einarbeiten. Daran habe ich keinen Zweifel.“

Es ist die erste Ernennung eines NRW-Ministers aus dem Kreis Kleve seit Helmut Linssen (CDU) aus Geldern, der von 2005 bis 2010 Finanzminister im Kabinett von Jürgen Rüttger war.“ Wenn Sie so einen Anruf bekommen, können Sie nicht abzulehnen“, sagte Paul Düllings, Vorsitzender der CDU-Bundestagsfraktion im Kreis Kleve. „Ein Minister in Düsseldorf ist eine große Chance für den Kreis Kleve. Ich finde es aber auch schade, weil Silke Gorißen eine hervorragende Landrätin war“, sagte Düllings.

Volkhard Wille von den Grünen ist gerade als Abgeordneter des Kreises Kleve in den Düsseldorfer Landtag eingezogen. Dass er künftig mit dem ehemaligen Landrat als Minister zusammenarbeiten werde, wollte er am Mittwochmorgen zunächst nicht glauben. „Als ich das erste Foto von einer Namensliste sah, dachte ich immer noch, es sei eine Fälschung“, sagte er. Doch dann entpuppte sich die Liste als echt und der Landrat als Minister. „Als ich sie später sah, sprach ich sie direkt an und gratulierte ihr. Ich wünsche ihm alles Gute“, sagte Wille. Schließlich werden wir in Zukunft am selben Thema arbeiten und daher auch weiterhin regelmäßig Kontakt zueinander haben. Die neue Koalition hat ein entsprechendes Programm vorgelegt.

Ministerpräsident Wüst betonte am Mittwoch, dass es der neuen Landesregierung wichtig sei, immer auch den ländlichen Raum zu berücksichtigen. „Gerade das gute Miteinander von Mensch und Land macht unser Land besonders und stark. Es muss uns allen ein Anliegen sein, dass unser ländlicher Raum weiterhin lebenswert ist, dass er seine vielfältigen Potenziale einbringen kann.“ der Krieg in der Ukraine. All das liegt künftig in den Händen von Silke Gorißen.

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