Nach Ansicht des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann soll die Übernahme von Mercedes durch chinesische Investoren notfalls vereitelt werden. „Das würden wir gar nicht zulassen“, sagte der Grünen-Politiker dem Handelsblatt mit Blick auf das Außenwirtschaftsgesetz. Auch die starke Position zweier chinesischer Großinvestoren bei Mercedes hatte in der Vergangenheit für Befürchtungen gesorgt. Tritt ein ausländischer Investor mit Sitz außerhalb der EU an ein deutsches Unternehmen heran, hat die Bundesregierung unter bestimmten Voraussetzungen ein Vetorecht.
Chinesische Unternehmen haben bereits Aktionäre
Fast ein Fünftel des Stuttgarter Konzerns ist bereits in chinesischer Hand. Der chinesische Mercedes-Partner BAIC ist mit 9,98 Prozent größter Einzelaktionär. Der chinesische Investor Li Shufu besitzt über ein Unternehmen ebenfalls 9,69 Prozent. Kuwaits Staatsfonds hält mit 6,84 Prozent ebenfalls ein großes Aktienpaket.
Auf die Frage des Handelsblatts, ob er ein Problem hätte, wenn die beiden chinesischen Großaktionäre ihre Anteile erhöhen würden, sagte Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius: „So ist es nicht. Wir haben sehr gute und starke Beziehungen zu unseren Investoren.“ China ist der weltweit größte Absatzmarkt für Mercedes-Fahrzeuge. „China ist in den letzten Jahren schneller gewachsen als fast jeder andere Markt“, sagte Källenius.
Keine künstliche Beschränkung
Auf die Frage nach Menschenrechtsverletzungen in China sagte der Mercedes-Chef, dass im gesamten Konzern die gleichen Menschenrechtsstandards und Arbeitsbedingungen gelten. „Ich bin davon überzeugt, dass wir in unserem Tätigkeitsfeld einen positiven Einfluss nehmen. Aus rein wirtschaftlicher Sicht wäre es natürlich nicht die beste Strategie, den derzeit größten Markt künstlich auszubremsen“, sagte Källenius.
(mfz)
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