Stand: 02.07.2022 12:16 Uhr
Russland ist in der Ostukraine weiter auf dem Vormarsch. Sowohl aus der Region Charkiw als auch aus der Region Donezk werden neue Angriffe gemeldet. Die russische Armee soll bei Slowjansk verbotene Streumunition eingesetzt haben.
Nach Angaben aus Kiew setzt Russland seine Angriffe auf mehrere Regionen der Ostukraine fort. In der Region Charkiw versuche die russische Armee verlorene Stellungen mit Artillerieunterstützung wiederzugewinnen, teilte der ukrainische Generalstab mit. Zahlreiche Standorte würden bombardiert, um sich mit der ukrainischen Armee zu verbinden.
„Erst gestern wurden 12 Raketen auf Mykolajiw abgefeuert“, Rebecca Barth, WDR, aktuell Kiew
Tagesschau 12:50 Uhr, 2. Juli 2022
In der Region Donezk sei ein russischer Angriff abgewehrt worden, sagte er. Aus dem Gebiet Avdiivka wurden russische Luftangriffe gemeldet.
Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, ukrainische Kommandoposten und Lager seien mit “Hochpräzisionsmunition” bombardiert worden. Es wird gesagt, dass eine Traktorenfabrik, die als Waffenbasis und Ausrüstung in der Nähe von Charkiw diente, angegriffen wurde.
Konfliktparteien als Quelle
Die Angaben der offiziellen Stellen der russischen und ukrainischen Konfliktparteien zu Kriegsverlauf, Bombenangriffen und Opfern können in der aktuellen Situation nicht direkt von einer unabhängigen Stelle überprüft werden.
Russland soll Streumunition eingesetzt haben
Nach ukrainischen Angaben hat Russland bei Raketenangriffen in der ostukrainischen Stadt Slowjansk international verbotene Streumunition eingesetzt. In der Nacht seien zivile Gebiete ohne militärische Einrichtungen betroffen gewesen, sagte Bürgermeister Vadym Lyakh gegenüber Telegram. Vier Menschen starben und sieben Menschen wurden verletzt.
Streumunition wird mit Raketen, Artilleriegeschossen und Bomben auf das Zielgebiet abgefeuert. Dort explodierten die Container und setzten viele kleine Sprengsätze frei. Insbesondere ältere Streumunition weist eine hohe Ausfallrate auf. Auch für die Zivilbevölkerung sind die Sprengsätze in der Umgebung eine große Gefahr. Der Einsatz von Streumunition ist völkerrechtlich verboten, aber Russland hat den Vertrag nicht unterzeichnet.
Weiß schattiert: Vormarsch der russischen Armee. Grün schattiert: separatistische Gebiete mit russischer Unterstützung. Krim: von Russland annektiert. Bild: ISW / 01.07.2022
“Bleib in den Notunterkünften!”
Es gab auch Explosionen am frühen Morgen aus dem südlichen Teil von Mykolajiw. “Es gibt mächtige Explosionen in der Stadt! Bleiben Sie in den Notunterkünften!”, schrieb der Bürgermeister von Mykolajiw, Oleksandr Senkevich, im Telegramm. Die Ursache der Explosionen ist noch nicht bekannt.
Übersicht zum Thema Krieg in der Ukraine
Die ausgebombte Schlangeninsel
Laut ukrainischen Quellen warfen russische Flugzeuge bei einem Angriff auf die Schlangeninsel im Schwarzen Meer Phosphorbomben ab. Nach Angaben vom Freitagabend griffen zwei russische Su-30-Kampfflugzeuge an. Schwarz-Weiß-Videoaufnahmen zeigten zwei Explosionen auf der kleinen Insel.
Die Ukraine wirft Russland einen Phosphorbombenanschlag auf die Schlangeninsel im Schwarzen Meer vor
P. Milling, WDR, B. Buck, tagesschau.de, tagesschau24 09:00 Uhr, 2.7.2022
Am Tag zuvor hatte Russland seinen Rückzug aus Snake Island angekündigt und es als Geste des guten Willens bezeichnet. Die ukrainische Armee hingegen sagte, sie habe russische Soldaten mit Artillerie- und Raketenangriffen zur Flucht gezwungen.
Ukrainekrieg – aktuelle Lage Samstagnachmittag
Palina Milling, WDR, 02.07.2022 12:00 Uhr