Stand: 25.07.2022 15:01
Die Ukraine hat die Auslieferung von drei deutschen Gepard-Panzern bestätigt, zwölf werden folgen. Aufgrund der Probleme beim Austausch von Ringen werden immer häufiger Direktlieferungen in die Ukraine gefordert.
Nach ukrainischen Angaben ist die erste Lieferung von Gepard-Flugabwehrpanzern aus Deutschland eingetroffen. „Die ersten drei Geparden sind heute offiziell eingetroffen“, sagte Verteidigungsminister Oleksiy Reznikov dem ukrainischen Fernsehen. Dabei seien auch mehrere zehntausend Schüsse abgefeuert worden. Die Panzer werden in der Ukraine zum Schutz von Städten und anderer sogenannter kritischer Infrastruktur eingesetzt.
Die deutsche Rüstungsindustrie wollte bis Ende des Monats mit der Auslieferung von Gepard-Flugabwehrpanzern beginnen, doch zunächst herrschte noch Munitionsmangel. Vor rund zwei Wochen berichtete der „Spiegel“ unter Berufung auf Regierungskreise, das Kanzleramt habe gemeinsam mit dem norwegischen Verteidigungsministerium einen Hersteller gefunden, der langfristig liefern könne.
Iris-T ist erst im Herbst fällig
Zwölf weitere Gepard-Panzer werden erwartet. Die Lieferung basiert auf einer Vereinbarung mit Verteidigungsministerin Christine Lambrecht im Mai. Neben den Geparden wartet die Ukraine vor allem auf die modernen Flugabwehrsysteme Iris-T aus Deutschland. Diese sollen das Land besser vor russischen Raketenangriffen schützen. Die Iris-T wird jedoch voraussichtlich erst im Herbst eintreffen.
Unterdessen geht in Deutschland die Debatte darüber weiter, ob Deutschland wegen Problemen mit dem sogenannten Ringtausch Panzer direkt in die Ukraine liefern könnte. Beim Ringtauschverfahren müssen die östlichen Verbündeten der Ukraine einfach zu bedienende sowjetische Panzer zur Verfügung stellen. Im Gegenzug versprach Deutschland seinen Nato-Partnern moderne Ausrüstung als Ersatz. Allerdings warf Polen der Bundesregierung immer wieder vor, Versprechen nicht einzuhalten. Außenministerin Annalena Baerbock und Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt räumten am Wochenende ein, dass die Strategie nicht wie geplant funktioniere.
Direktlieferungen finden mehr Fürsprecher
Politiker verschiedener Parteien sprachen sich für direkte Waffenlieferungen aus. FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai sagte dem Deutschlandfunk: „Wenn das Verteidigungsministerium zu dem Schluss kommt, dass der Ringtausch nicht funktioniert, ist das aus meiner Sicht ein Weg, ja zu sagen, dann wird direkt nachgeliefert.“ Dies sei eine konkrete Unterstützung für die Ukraine in einer entscheidenden Phase des Krieges und auch Deutschlands Ruf als Nato-Partner, sagte Djir-Sarai.
Ihre Parteikollegin, die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Agnes Strack-Zimmermann, hatte sich bereits für direkte Waffenlieferungen ausgesprochen und gesagt, der Kampfpanzer Leopard 2 solle bei Bedarf auch übergeben werden.
Nach Ansicht des außenpolitischen Sprechers der Unionsfraktion, Jürgen Hardt, sollte Deutschland die direkte Lieferung von Kampfpanzern an die Ukraine prüfen. Darauf angesprochen, sagte der CDU-Politiker dem SWR, „diese Optionen sollten wir alle prüfen und Deutschland sollte jetzt schnell handeln“.
Göring-Eckardt forderte die Regierung am Wochenende auf, alternative Wege zu finden, um die Ukraine mit Waffen zu unterstützen. „Zum Beispiel direkt Waffen liefern, wenn wir können“, sagte er dem Deutschen Redaktionsnetzwerk.
Offenbar sind die ersten Geparden bereits in der Ukraine
Palina Milling, WDR, 25.7.2022 15.46 Uhr