Stand: 30.06.2022 15:04 Uhr
Zahlreiche Prominente haben erneut einen Waffenstillstand in der Ukraine und Verhandlungen mit Russland gefordert. Unterzeichner stellen auch Waffenlieferungen in Frage. Der ukrainische Botschafter Melnyk reagierte empört.
In einem weiteren offenen Brief haben prominente deutsche Persönlichkeiten die westlichen Länder aufgefordert, den Krieg in der Ukraine durch Verhandlungen zu beenden. In dem in der Wochenzeitung „Die Zeit“ veröffentlichten Aufruf „Waffenstillstand jetzt!“ fordern namhafte deutsche Persönlichkeiten wie der Philosoph Richard David Precht, die Schriftstellerin Juli Zeh und der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar einen „konzertierten Vorstoß“. die Verhandlungen.
Die langfristige Strategie ist unklar
Europa stehe demnach vor der Aufgabe, den Frieden auf dem Kontinent wiederherzustellen und langfristig zu sichern. Dies erfordert die Entwicklung einer Strategie, um den Krieg so schnell wie möglich zu beenden. Je länger die aktuellen westlichen Maßnahmen andauern, desto weniger klar sei, “welches Kriegsziel damit verbunden ist”.
Humanitäre Notlagen auf der ganzen Welt, einschließlich Hungersnöten in Afrika, könnten sich ebenfalls weiter verschärfen. Es besteht auch die Gefahr einer nuklearen Eskalation.
Was passiert in der Ostukraine?
Auch Prominente fragen sich, ob Waffenlieferungen der richtige Weg sind. Eine weitere Fortsetzung des Krieges soll Tausende weitere Kriegsopfer gefordert haben. Sie weisen auch darauf hin, dass ein Teil der Ostukraine in russischer Hand bleiben könnte, weil „Militärexperten glauben, dass die Rückeroberung aller besetzten Gebiete, einschließlich der Provinzen Donezk und Lugansk und der Krim, unrealistisch ist, weil Russland militärisch überlegen ist und dazu in der Lage ist macht mehr Armeen. besitzt Klettern.“
Die Autoren betonen, dass es keinen von Russland diktierten Frieden geben dürfe. Allerdings ist noch nicht klar, was eine mögliche Lösung sein könnte. Betont wird lediglich, dass Bedingungen geschaffen werden müssten, “unter denen Verhandlungen möglich sind”.
Melnyk ist empört
Der Botschafter der Ukraine in Deutschland, Andriy Melnyk, empörte sich auf Twitter: “Nicht mehr, was für ein Haufen pseudointellektueller Verlierer.” Schließlich sollen die Täter mit ihren “defätistischen Ratschlägen” zur Hölle fahren. Auch Militärexperte Carlo Masala sagte auf Twitter: „Der nächste Versuch von Leuten, die sich (bis auf zwei Ausnahmen) noch nicht mit internationaler Politik auseinandergesetzt haben, Dinge zu fordern, ohne Lösungen vorzustellen.“
Promis hatten Olaf Scholz bereits im April einen offenen Brief geschrieben. Darin wurde die Kanzlerin aufgefordert, keine schweren Waffen mehr an die Ukraine zu liefern. Damals initiierte die Feministin Alice Schwarzer den Brief, der von 28 Erstunterzeichnern unterstützt wurde. Es gab auch viel Kritik daran.
Es gab jedoch auch einen Brief, der von 57 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens unterzeichnet wurde und ausdrücklich die Lieferung schwerer Waffen an Kiew forderte.