Es vergeht kein Tag, an dem nicht Munition von der russischen Armee in der Stadt Charkiw im Nordosten der Ukraine fällt. Der russische Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew scheiterte und die Invasionsarmee zog sich in weite Teile des Nordens des Landes zurück. Seitdem versuchen russische Truppen, ukrainische Gegenangriffe daran zu hindern, sie an die Landesgrenze zurückzutreiben. Die gewählte Methode: große Geschosse aus großer Entfernung.
Die Zivilbevölkerung erfährt großes Leid. Medien und Geheimdienste berichten täglich von Bombenanschlägen in und um die Stadt Charkiw. Die zivile Infrastruktur stöhnt unter ständigem Bombardement. Und wenn es brennt, muss die Feuerwehr kommen. Doch was tun, wenn die letzte Bombe in der Feuerwache einschlug? Der Verein HelpUA.ch will feuerbelagerten Feuerwehrleuten helfen und hat freiwillige Spender in der Schweiz gefunden.
„Die Rettungsdienste sind überfordert und können aufgrund des schlechten Zustands ihrer Ausrüstung den aktuellen Bedarf an Rettungseinsätzen kaum bewältigen“, sagt Tetiana Kaufmann von HelpUA.ch. Deshalb wandten sie sich an die Schweizer Feuerwehr. Feuerwehrleute aus Gelterkinden, Sissach und Biel-Benken BL reagierten sofort und stellten Ausrüstung zur Verfügung. Hitzebeständige Anzüge, medizinische Uniformen, Feuerwehrstiefel und Helme sollen nächste Woche in die Region Charkiw geschickt werden. Auch der Feuerwehrverein Basel Frenke der Gemeinden Hölstein, Niederdorf, Lampenberg und Bennwil spendete.
Materialspenden der Stowa AG sind laut Kaufmann bereits für die Region um das Kernkraftwerk Tschernobyl von 1986 eingetroffen, wo Feuerwehrleute Waldbrände in radioaktiver Umgebung bekämpfen. Auch Feuerwehrgeräte der Walliser Gemeinden Bagnes und Orsières kommen zum Einsatz. „Sachspenden werden einen großen Unterschied machen“, sagt Kaufmann.