Kritik an Lindners Hochzeit: Alice Schwarzer ist derzeit sauer

“Sie wissen nicht mehr, was richtig ist?”

Lindner Wedding: Alice Schwarzer kritisiert den Moment

Die Kritik an der Ehe von Bundesfinanzminister Christian Lindner und der Journalistin Franca Lehfeldt reißt nicht ab: Jetzt meldet sich Alice Schwarzer zu Wort. In einer Kolumne in ihrer Frauenzeitschrift „Emma“ äußert sie ihr Unbehagen. Aber es gibt auch eine hervorragende Unterstützung für das frisch verheiratete Paar.

Über Sylts Hochzeit mit Bundesfinanzminister Christian Lindner wurde viel berichtet und noch mehr diskutiert. Nun mischt sich auch Alice Schwarzer in die Debatte ein: In einer Online-Kolumne der Frauenzeitschrift „Emma“ übt die Herausgeberin und Gründerin der Zeitung scharfe Kritik an der FDP-Präsidentin. “Sind sie völlig verrückt geworden?”, fragt Schwarzer ganz am Anfang des Artikels: “Wissen sie nicht einmal, was richtig ist?”

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Vor allem der aus seiner Sicht unzureichende Moment stört die 79-Jährige. Schließlich findet die kostspielige Feier statt, „in einer Zeit, in der die Inflation galoppiert, Menschen arbeitslos werden, den Alten und Armen das Benzin abgedreht wird; in einer Zeit, in der der Krieg auf der Seite steht und deswegen immer mehr Menschen in Afrika hungern.“ Der Journalist ist verärgert darüber, dass der Steuerzahler für den Schutz von Polizei und Bundesbehörden zahlt Kitsch”, den Lindner und seine Frau Franca Lehfeldt zum Beispiel mit Bildern auf dem Porsche produzierten.

Schwarze Hochzeit mit Lindner: Wer trägt die Kosten?

Es ist nicht das erste Mal, dass Alice Schwarzer den FDP-Politiker vehement kritisiert. Wie er sich in seiner aktuellen Kolumne erinnert, habe er dem Liberalen 2020 nur den Schimpftitel „Male Sexist Man“ gegeben. Er nannte Linder damals einen “aufstrebenden Mann auf Kosten der Frauen”. Dass Lindner in Zeiten sozialer Not so kultiviert feiert, scheint seine Antipathie zu bestätigen. Schwarzer am Ende seiner Hetzrede: „Was für politisches Personal haben wir Deutschen? Und was unterstützen wir die Bürger eigentlich noch?!“

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Christian Lindner, 43, und seine zehn Jahre jüngere Frau hatten bereits am Donnerstag auf dem Standesamt geheiratet. Am Samstag folgte die kirchliche Trauung mit anschließender Feier im Sylter Nobelrestaurant „Sansibar“. Unter den Gästen waren Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), CDU-Chef Friedrich Merz und sein Vorgänger Armin Laschet.

Eine der ersten prominenten kritischen Stimmen kam wenige Tage vor der Feier von Komikerin Ilka Bessin (“Cindy de Marzahn”). In einem vielbeachteten Instagram-Post schrieb sie: „Ich verstehe nicht, warum wir die Sicherheitskräfte mit unseren Steuergeldern bezahlen müssen.“ Zuletzt beklagte die evangelische Theologin Margot Käßmann in der „Bild am Sonntag“, dass die Braut die Kirche St. Severin in Keitum als bloße „Kulisse“ missbraucht habe. “Warum wollen zwei Menschen eine kirchliche Trauung, die bewusst aus der Kirche ausgetreten sind und öffentlich erklärt haben, dass sie sich nicht als Christen sehen?”

Joachim Llambi unterstützt

Auch Schauspieler Armin Rohde blickt mit Unverständnis auf die Hochzeit und zitiert „Bild“: „Ich will nicht gratulieren. Ich verdiene keine Glückwünsche.“ Tatsächlich war parallel zu der mehrtägigen Feierstunde auf Sylt berichtet worden, Lindner plane drastische Kürzungen bei der Unterstützung von Langzeitarbeitslosen, um den Haushalt zu entlasten.

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Zuspruch bekam das Brautpaar am Wochenende bei RTL. Im Magazin „Stern TV am Sonntag“ konterte die „Let‘s Dance“-Jury Joachim Llambi den Vorwurf des schlechten Zeitpunkts damit, dass die „Zeremonien“ ohne Zweifel „ein Jahr zuvor oder länger“ geplant worden seien. Jeder hat das Recht zu sagen: “Ich möchte meine Hochzeit so feiern, wie es mir gefällt.” Llambi: „Wir Deutschen sind immer sehr kritisch, wenn der Nachbar einen schöneren Zaun hat, sind wir neidisch.“ Sicherlich sei das ganze Thema „nächste Woche“ geklärt.

RND/Teleschau

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