Kronenvirus: Deshalb haben ältere Menschen einen schwereren Verlauf

Austausch von Fresszellen während des gesamten Lebens

Deshalb haben ältere Menschen einen schwereren Kronenverlauf

ETH-Forschende haben herausgefunden, warum ältere Menschen häufiger mit dem Coronavirus infiziert sind als jüngere – ein Immunaustausch, der bei einer Infektion mit dem Virus schädlich sein kann.

Gepostet: 08.07.2022 um 15:56

Ein Forschungsteam unter der Leitung des ETH-Immunologen und Professors Manfred Kopf hat untersucht, warum ältere Menschen schwerere Grippe- und Covid-19-Verläufe haben. Sie fanden heraus, dass ein Austausch von Immunzellen dazu beiträgt.

Dazu untersuchten die Forscher in Mäusen sogenannte Makrophagen, Immunzellen, auch Fresszellen des Immunsystems genannt. Ein Vergleich ihres Mausexperiments mit Influenza mit Coronavirus-Infektionen beim Menschen ist laut den Forschenden naheliegend und zulässig, wie die ETH Zürich in einer Mitteilung vom Freitag schreibt.

Konkret haben Forscher bei Mäusen gezeigt, dass Makrophagen, die in der Lunge vorhanden sind und sich bereits während der Embryonalzeit gebildet haben, bei einer Infektion immer häufiger absterben. Je schwerer eine Infektion, desto mehr sterben diese Makrophagen ab, heißt es in der Mitteilung.

Knochenmarkmakrophagen sind schädlich bei Lungenentzündung

Nach einigen Tagen werden diese embryonalen Lungenmakrophagen durch solche des Knochenmarks ersetzt. Bisher wurde angenommen, dass beide Arten, die der Embryonalzeit und die des Knochenmarks, die gleichen Funktionen haben. Die beiden Erstautorinnen der Studie, Federica Piattini und Fengqi Li aus Kopfs Forschungsgruppe, widerlegten diese Annahme.

Sie zeigten, dass Makrophagen aus dem Knochenmark bei viralen Lungeninfektionen schädlich sind. Sie lösten eine starke Entzündungsreaktion aus. Der Austausch von Makrophagen findet laut Kopf-Forschungsgruppe auch bei betagten Mäusen statt, die keine Infektion erlitten haben.

Laut Kopf gibt es mehrere Gründe, warum Grippe- und Coronavirus-Infektionen bei älteren Menschen viel schwerer verlaufen. Neue Daten deuten jedoch darauf hin, dass der lebenslange Verlust embryonaler Makrophagen dazu beiträgt. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Science Immunology. (SDA / chs)

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