Kronenvirus: Epidemiologe Althaus kommentiert Sommerwelle BA.5

Epidemiologe Christian Althaus zu BA.5

Die Subvariante Omicron infiziert doppelt so viele wie ihr Vorgänger

Die Corona-Sommerwelle ist im Gange und die Subvariante omicron BA.5 ist schuld. Obwohl ein Großteil der Bevölkerung eine ausreichende Immunität aufgebaut hat, bleibt ein Restrisiko bestehen, wie der Epidemiologe Christian Althaus erläutert.

Gepostet: vor 56 Minuten

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Aktualisiert: vor 18 Minuten

Die Fallzahlen steigen, Virologen warnen und Behörden warten: Die aktuelle Situation um die omicron BA.5-Subvariante erinnert an die Anfänge der Corona-Pandemie Anfang 2020. Die BA.5-Infektionen haben sich fast verdoppelt. seit Mai wöchentlich – Laut der ehemaligen Gruppenleiterin und Leiterin der ETH-Plattform CoV-Spektrum, Tanja Stadler (41), ist eine Besserung nur dann zu sehen, wenn “eine ausreichende Immunität aufgebaut wurde” oder wenn “Verhaltensänderungen die Übertragung reduzieren”.

Aber ist BA.5 wirklich viel ansteckender als bisherige Coronavirus-Varianten? Das erklärt Christian Althaus, Epidemiologe an der Universität Bern, gegenüber der Aargauer Zeitung in einem Experiment. Die Delta-Variante ist eigentlich ansteckender als die omicron-Untervarianten, aber BA.5 und Co. Sie haben einen entscheidenden Vorteil: Sie können die angestaute Immunität im Körper leichter verhindern.

BA.5 startete mit einem hohen R-Wert in die Sommerwelle

Althaus vermutet, dass dies der Hauptgrund ist, warum omicron und seine Untervarianten ansteckender sind. Eine noch unbewiesene Studie des Schweizer Virologen Volker Thiel stimmt Althaus zu: Obwohl sich das Omicron theoretisch langsamer in der Bevölkerung ausbreitet, hat es Delta dank dieses entscheidenden Vorteils tatsächlich vollständig verdrängt.

Während im vergangenen Winter der R-Wert auf 0,8 sank, als die Varianten BA.1 und BA.2 am beliebtesten waren, brachte BA.5 den Wert auf 1,4, so Althaus, und so ging es los. Konkret bedeutet dies, dass BA.5 derzeit fast doppelt so viele Menschen infizieren kann wie sein Vorgänger BA.2.

„Ich rechne damit, dass sich etwa 15 Prozent der Schweizer Bevölkerung mit BA.5 infizieren, bevor der R-Wert wieder auf 0,8 sinkt“, sagte der Epidemiologe der Zeitung. Er schätzt jedoch, dass etwa 65 Prozent der Bevölkerung noch ausreichend vor der neuen Subvariante geschützt sind.

Es macht aber auch deutlich, dass die Sommerwelle zumindest in Bezug auf die Bevölkerung und die Gesundheitsversorgung nicht so dramatisch ausfallen dürfte wie die Winterwelle von Omicron. Allerdings darf nicht vergessen werden: Im Einzelfall kann trotzdem jemand schwer erkranken und auch das Long-Covid-Risiko bleibt bestehen. (chs)

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