Kronenwelle im Herbst: RKI-Chef fordert gesetzlichen Rahmen für Kontrolle

28. Mai 2022 um 12:41 Uhr

Maskenpflicht und weitere Maßnahmen: RKI-Chef fordert rechtlichen Rahmen für Corona-Kampf im Herbst

Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts.
Foto: dpa / Melissa Erichsen

Berlin Angesichts einer möglichen neuen Corona-Welle im Herbst fordert der Leiter des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, einen wirksamen Rechtsrahmen zur Bekämpfung des Virus. Dies gilt unter anderem für die Maskenpflicht.

„Die rechtlichen Rahmenbedingungen müssen natürlich stimmen“, sagte Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), am Samstag mit Blick auf das Infektionsschutzgesetz im Bayerischen Rundfunk. Aktuell kämpft die rot-grün-gelbe Bundesregierung um Kronenschutzauflagen für den Herbst. Bis zum 23. September gilt die aktuelle Fassung des Infektionsschutzgesetzes.

Wieler sagte, dass wohl alle Wissenschaftler, “die diese Pandemie wirklich ernst und fundiert, also mit Sachverstand nehmen, davon ausgehen, dass die Zahlen im Herbst wieder steigen werden”.

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Sie werden wieder eine Zunahme der Vorfälle sehen. „Aber was wir nicht wissen, und das ist die große Frage, ist, welche Krankheit das Virus verursachen wird.“ Er empfiehlt weiterhin, in bestimmten Situationen Masken zu tragen. „Ich schätze, das kannst du auch über den Sommer anpassen. Aber das hängt wirklich von den Umständen ab.“

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Foto: dpa / Oliver Berg

Bei Großveranstaltungen wie dem Münchner Oktoberfest will man keine Weitsicht wagen. Realistisch einschätzen können Sie die Lage erst kurz vor dem eigentlichen Ereignis. „Wir haben alle Mittel und Werkzeuge zur Hand, um Meetings zu ermöglichen. Da gibt es zum Beispiel Tests oder natürlich die Verwendung von Masken“, sagte der RKI-Chef. Sie wissen also sehr gut, wie man mit dieser Pandemie umgeht.

Derweil befürwortet Weltärztepräsident Montgomery einen Anti-Kronen-Plan, der auch die Möglichkeit einer Blockade vorsieht. Das sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Lesen Sie hier mehr.

Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen hat sich für die Maskenpflicht als Herbstoption ausgesprochen. „Die Wirksamkeit medizinischer Masken zum Schutz vor Infektionen ist bereits wissenschaftlich belegt. Wir dürfen dieses Instrument für aktuelle und künftige Pandemien nicht aufgeben und müssen daher weiterhin eine Maskenpflicht ermöglichen.“ “, sagte er unserer Redaktion.

Man muss kein Prophet sein, um zu glauben, dass im nächsten Herbst oder Winter neue Wellen schwerer Atemwegserkrankungen möglich sind, sagte Dahmen. Er hoffe, dass der Sachverständigenausschuss in seinem Bericht zur Evaluierung des Infektionsschutzgesetzes und der Pandemie-Expertenrat der Bundesregierung diesbezüglich und ggf. in Bezug auf neue Maßnahmen zu einem ähnlichen Ergebnis kommen würden.

Der Präsident des BDI-Branchenverbands, Siegfried Russwurm, forderte dagegen eine Rückkehr zur Normalität. „Die Menschen sind jetzt physisch wieder vereint, also kehren wir zur Normalität zurück. Wir brauchen sie dringend“, sagte Russwurm dem Deutschen Verlagsnetzwerk (RND/Samstag) auf der Hannover Messe. Dank Impfungen ist die Wahrscheinlichkeit eines schweren Verlaufs bei den meisten Menschen mittlerweile sehr gering. Aber gewisse Krankheitsrisiken gehören zu unserem Leben. Das war schon vor Corona so.“

(oben / hebu / dpa)

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