Ausland Britisches Verteidigungsministerium
Russland identifiziert Schwächen an der Front
Stand: 11:48 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
“Ich habe nicht den Eindruck, dass eine Massenflucht beginnt”
Der ukrainische Präsident Selenskyj hat die Evakuierung des Donbass gefordert. „Ohne Wasser, ohne Strom ist die Lage extrem angespannt“, sagt WELT-Journalist Steffen Schwarzkopf. Es scheint jedoch nicht, dass Massen von Menschen die Anweisungen befolgen.
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In der Südukraine drückt eine Gegenoffensive auf russische Truppen. Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums will Russland eine Schwachstelle an der Front stärken. Im Osten kommen die Russen offenbar nicht voran. Ein Überblick.
Anscheinend nimmt das russische Militär eine weitere Umgruppierung vor. Großbritannien sieht auch Anzeichen dafür, dass Truppen von der Ost- in die Südukraine ziehen.
Russland habe offenbar die Front in der südukrainischen Region Saporischschja als Schwachstelle identifiziert, an der Verstärkung benötigt werde, teilte das Verteidigungsministerium am Montag in London unter Berufung auf Geheimdienste mit. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor in seiner Videoansprache am Montagabend berichtet, dass russische Truppen nach Süden verlegt würden.
Kurz nach Kriegsbeginn besetzte Russland große Gebiete in der Südukraine. Zuletzt hatten ukrainische Truppen dort jedoch Gegenoffensiven gestartet und setzten die russischen Streitkräfte unter Druck, auch dank westlicher Artillerie.
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„Russland wird wahrscheinlich das operative Design seiner Offensive im Donbass anpassen, nachdem es im Rahmen des Plans, den es seit April verfolgt, keinen entscheidenden operativen Durchbruch erzielt hat“, sagte er. Russland wird wahrscheinlich eine beträchtliche Anzahl seiner Streitkräfte aus dem nördlichen Donbass-Sektor in die Südukraine verlegen.
Im Osten stocke die russische Offensive weiter, teilte das Ministerium mit. Das britische Verteidigungsministerium teilte auf Twitter mit, russische Truppen hätten in den vergangenen vier Tagen weiterhin taktische Angriffe auf die Bachmut-Achse durchgeführt. Aber sie kommen nur langsam voran.
Die aktuelle Situation in der Ukraine
Quelle: Infografik WELT
Seit Beginn des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine Ende Februar veröffentlicht der britische Geheimdienst in beispielloser Weise täglich Informationen über den Kriegsverlauf. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.
Nach Angaben des ukrainischen Militärs setzten russische Truppen am Montag ihre Angriffe in Richtung Bachmut fort. „Der Kampf geht weiter“, teilte der ukrainische Generalstab auf Facebook mit. Auch auf die Nachbarstadt Soledar hatte es russische Vorstöße gegeben, die aber zurückgeschlagen wurden. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig verifiziert werden.
Der ukrainische Generalstab berichtete auch von Kämpfen im Nordwesten und Westen der von Russland kontrollierten Stadt Donezk. Die russischen Angriffe auf Pisky und Marjinka seien jedoch erfolglos geblieben, sagte er.
Am Wochenende forderte der ukrainische Präsident Selenskyj die Bewohner der Region Donezk im Donbass auf, das Gebiet zu verlassen. Er warnte vor russischen Angriffen. Die Behörden würden bei der Evakuierung helfen, versprach er.
Entlang der gesamten Frontlinie in den Gebieten Charkiw, Donezk, Saporischschja und Cherson, berichtete der ukrainische Generalstab, seien auch ukrainische Stellungen an Dutzenden Stellen mit Artillerie beschossen worden. Die russische Luftwaffe bombardierte mindestens drei Stellungen.
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