Medienspekulationen in diese Richtung sind laut Wallner-Sprecher Simon Kampl falsch. Ziel des Streiks sei es, Wallner “mit neuer Kraft und Frische” zurückkehren zu lassen, bestätigte Florian Themeßl-Huber, Leiter der Landespressestelle. Das Regierungsprogramm läuft nun wie geplant weiter.
Die Aufgaben der Landeshauptfrau werden von der Landeshauptfrau Barbara Schöbi-Fink während ihres Krankenstands ordnungsgemäß übernommen. Dazu gehört auch der Vorsitz der Landeshauptleutekonferenz, den Vorarlberg bis Ende Juni innehat. Als Vorsitzender der Landespartei ÖVP wird Wallner bis zu seiner Rückkehr von Landesgesundheitsministerin Martina Rüscher vertreten.
Schöbi-Fink kündigte an, die Regierungsarbeit ununterbrochen fortzusetzen. Die Koalitionsregierung ist ein gut etabliertes Team mit voller Rechtsfähigkeit. Dass der Landeshauptmann ggf. den Landeshauptmann ersetzt, ist im Geschäftsbereich der Vorarlberger Landesregierung klar geregelt. Die Frage, ob sie sich vorstellen könnte, das Amt der langjährigen Landeshauptfrau zu übernehmen, stellt sich für Schöbi-Fink nicht: Wallner ist krankgeschrieben, erholt sich und kehrt zurück. Es gibt nichts weiter zu besprechen.
Die 61-jährige Oberländerin Schöbi-Fink war von 2000 bis 2015 Stadträtin für Bildung und Soziales in ihrer Heimatstadt Feldkirch, seit 2015 ist sie stellvertretende Bürgermeisterin. 2018 wurde sie Bildungslandesrätin und nach der Landtagswahl 2019 auch als erste Frau aus Vorarlberg Landeshauptfrau. Zuvor war der Germanist Professor in Rankweil und Journalist beim ORF, unter anderem als Moderator der Nachrichtensendung „Vorarlberg heute“. Schöbi-Fink ist verheiratet und Mutter von drei Kindern.
Auf Wallners Facebook-Seite war am Mittwochnachmittag ein längeres Statement zu lesen, in dem es neben den bereits in der Pressemitteilung der Landespressestelle angekündigten Informationen hieß: Amt mit voller Kraft und ich werde weiterhin für Vorarlberg zuständig sein vielen Dank für Ihr Verständnis und die vielen bereits eingetroffenen Genesungswünsche!”
Auch ÖVP-Generalsekretärin Laura Sachslehner rechnete mit einer Rückkehr Wallners: „Krankschreibung bedeutet, dass man zurückkommt, wenn man genesen ist.“ Wallners Situation macht deutlich, dass „mediale Vorurteile“ gesundheitliche Folgen haben. “Das wird nicht unbemerkt bleiben”, sagte Sachslehner. Es ist traurig, dass es jetzt Teil des politischen Alltags ist.
Die vergangenen Monate seien von ungewöhnlichen Anstrengungen geprägt gewesen, sagte er im Landesrundfunk: Einerseits die lange Bewältigung der Krise, andererseits die Vorwürfe über die Sache des Wirtschaftsbundes, die Wallner stets scharf zurückgewiesen habe.
Der grüne Regierungspartner war von Wallners Erkrankung betroffen und schickte eine Botschaft mit Genesungswünschen: „Wir wünschen dem Landeshauptmann alles Gute und eine baldige Genesung. Insbesondere wünschen wir auch der Familie und den Angehörigen viel Kraft für diese schwere Zeit.“ sagten die Grünen-Doppelspitze Daniel Zadra und Eva Hammerer. Jetzt müsse sich Wallner “zu 100 Prozent auf seine Genesung und Gesundheit konzentrieren können. Wir tun alles, um einen Beitrag zu leisten.” Sie sind überzeugt, dass die Prozesse in der Landesregierung weiterhin reibungslos verlaufen werden.
Auch Bundeskanzler Karl Nehammer übermittelte seinem Parteikollegen die besten Wünsche: „Die Anspannung in der höheren Politik ist oft unglaublich hoch und eine große Belastung für die Gesundheit. Markus Wallner wünsche ich beste und vollste Genesung und dass er sich die Zeit nimmt, die nötig ist, um seine wiederzuerlangen.“ Kraft, zurückzukehren und seine Arbeit als Landeshauptmann des Landes Vorarlberg wieder aufzunehmen. Gesundheit geht vor, auch in der Politik.“
Auch Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) wünschte Wallner „schnelle und vollständige Genesung, damit er sich wieder der politischen Arbeit für sein Land widmen kann“. Er habe Wallners Krankheit zum Anlass genommen, “um einen respektvolleren Umgang mit allen zu bitten”.
Auch FPÖ-Landespräsident Christof Bitschi wünschte dem Landeshauptmann gesundheitlich alles Gute, sah Wallners Krankschreibung aber als „ersten Schritt zur Seite“. Die “Handlungsunfähigkeit der Landesregierung” habe eine neue Dimension angenommen, “unser Staat hat faktisch keinen Führer”, sagte Bitschi. Jetzt gehe es darum, gemeinsam für das Land zu arbeiten, “hier werden wir unseren Beitrag sehr verantwortungsvoll leisten”. FPÖ-Bundesparteipräsident Herbert Kickl kündigte an, Wallner persönlich alles Gute für seine Gesundheit zu wünschen, sehe aber auch, dass Wallner pünktlich in den Ruhestand gehe.
NEOS-Club-Präsidentin Sabine Scheffknecht wünschte Wallner „von ganzem Herzen gute Besserung“. Es sei wichtig, zwischen Menschen und politischem System zu unterscheiden: „Das ÖVP-System ist krank. Dieses System muss sich ändern.