Leerstehende Wohnungen gibt es fast keine: «Miethölle»: Darum geht es Thun so schlecht wie Zürich

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Am Tor zum Berner Oberland ist die Wohnsituation prekär. Es gibt keine schnelle Lösung für das Problem.

Die Stadt am Eingang zum Berner Oberland ist wunderschön, hat eine historische Altstadt, viele Geschäfte, Restaurants, familiäre Quartiere, einen Autobahnanschluss, Aar und Thunersee und die Berge sind zum Greifen nah. Deshalb wollen viele dort wohnen, was Folgen für den Wohnungsmarkt hat.

Die Leerstandsquote ist in Thun deutlich tiefer als in den meisten Schweizer Städten mit Ausnahme von Zürich.

Eine niedrige Arbeitslosenquote sei an sich kein Problem, sagt Immobilienexperte Donato Scognamiglio: „Eigentlich ist die niedrige Quote vor allem ein Zeichen dafür, dass die Stadt stark nachgefragt ist und die Menschen gerne wohnen.“ Doch die theoretische Zahl wird in der Praxis zum Problem, wenn Mieter keine adäquate Wohnung finden.

Die endlose Wohnungssuche macht nervös

Nadja (umbenannt) weiß, wie schwierig es ist, eine Wohnung zu finden. Seit neun Monaten surfen sie und ihr Partner regelmäßig im Internet auf der Suche nach einer neuen Wohnung.

Was das Bauniveau betrifft, sind wir im Allgemeinen nicht anspruchsvoll.

Klicken Sie auf die wenigen Anzeigen: „Wir haben in dieser Zeit nur zwei Anzeigen gefunden, die uns interessiert hätten. Wir konnten die Wohnung in keiner der Anzeigen sehen, weil sie in ein paar Stunden fertig war.

Bildunterschrift: Vor allem junge Familien verlassen die Stadt Thun, weil sie keine Wohnung finden. Symbol / Keystone-Bild

Eine Immoscout24-Rezension für Radio SRF zeigt, dass Thun relativ weniger Wohnungsinserate auf der Online-Plattform hat als andere Berner Städte wie Biel oder Bern. Und die Inserate sind nur kurz online – nur 30 Tage in Thun. In Biel hingegen sind es rund 50 Tage.

Das ist der Unterschied zu Zürich

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Bildunterschrift: Ausserordentliche Schlange: 2016 herrschte in der Stadt Zürich ein grosser Ansturm auf neue Wohnungen. Schlussstein

Gemäss Bundesamt für Statistik ist die Leerstandsquote in Zürich gleich hoch wie in Thun: 0,17 Prozent.

Doch Wohnungsnot drückt sich anders aus: Bei der Wohnungsbesichtigung gibt es lange Schlangen. Hunderte Menschen wollen die Wohnungen besichtigen. Ein Thun unbekanntes Bild.

Warum: Viele Wohnungen in Thun gehen ohne öffentlichen Termin einher und tauchen nicht einmal auf einer Internetplattform auf.

Die Lösung des Wohnungsproblems liegt auf der Hand: Neue Wohnungen müssen gebaut werden. Schnell. Aber: „Schnell ist nichts mit Bauen zu tun“, sagt Experte Scognamiglio. Das weiß natürlich auch Thun-Planerin Susanne Szentkuti: „Ja, da haben wir einiges nachzuholen.“

In den letzten Jahren wurden nur sehr wenige neue Wohnungen gebaut, was der Grund für die aktuelle Wohnungsnot ist. Abhilfe will der Stadtrat unter anderem durch eine Überprüfung der Ortsplanung schaffen. “Wir schaffen jetzt die rechtlichen Grundlagen, um weitere umzubauen.” Konkret bedeutet dies, dass es künftig mehr Zonierungsmöglichkeiten geben wird und der bestehende Siedlungsraum dichter wird. Eine Zonierung im Ausland ist dagegen keine Option: „Wir haben im Inneren noch gute Reserven, ohne an Lebensqualität einzubüßen“, sagt Szentkuti.

Die Ortsplanungsrevision a Thun

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Die lokale Planungsprüfung OPR wurde kürzlich veröffentlicht, 65 Einwände sind eingegangen und werden bearbeitet. Der Thuner Stadtrat wird bald über die Umsetzung beraten. Wenn es nach der Stadt Thun ginge, würde der OPR 2023 genehmigt werden. Dieser Plan funktioniert aber nur, wenn keine Partei das Referendum abhält.

Thunfisch ist beliebt. Nicht nur von heute. Auch die tiefe Leerstandsquote ist kein neues Phänomen, Thun liegt seit mehreren Jahren stets unter dem Schweizer Durchschnitt.

Doch nun bleibt vielen, vor allem jungen Familien, nichts anderes übrig, als aufs Land zu ziehen. Das beunruhigt die Stadt ebenso wie die beiden wichtigsten Parteien im Parlament.

«Es steht nirgendwo geschrieben, dass man in Thun ein Wohnrecht hat», sagt Valentin Borter, Präsident der SVP Thun. “Aber es ist immer noch Aufgabe der Politik, für ausreichend Wohnraum zu sorgen.” Wichtig ist der SP auch, mehr Wohnungen in Thun zu haben. Aber nicht um jeden Preis, sagt Co-Vorsitzender Adrian Christen: „Wir wollen vor allem bezahlbaren Wohnraum: einkommensschwache Wohnungen, die bezahlbar sind.“

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