Der Olympiasieger verliert die Geduld
Hochspringer Lassizkene greift IOC-Bach frontal an
Seit Wochen können die großen russischen Sportarten in verschiedenen Sportarten nicht an internationalen Wettkämpfen teilnehmen. Jetzt verlierst du langsam die Geduld. Zum Beispiel Hochsprung-Olympiasiegerin Marija Lassizkene (29 Jahre).
Olympiasiegerin und dreimalige Weltmeisterin Marija Lassizkene (29) hat genug. In einem offenen Brief sticht der Russe IOC-Präsident Thomas Bach (68) wegen des Ausschlusses von Sportlern aus verschiedenen Sportarten schwer ein.
Zu Beginn des Schreibens stellt er sich vor: „Ich weiß nicht, ob Sie mich kennen, denn ich habe aufgrund Ihrer Aussagen das Gefühl, dass Sie sich der Politik nähern und sich vom Athleten- und Spitzensport entfernen.“ Aber sie muss ihn kennen, denn sie hat 2016 weggeschaut, als sie im Rahmen des russischen Dopingskandals von den Olympischen Spielen in Rio ausgeschlossen wurde, weil sie „in Russland geboren“ wurde.
Ausgrenzung als „einfachste Lösung“ für Bach
In seinem Brief wirft er Bach drei Zitate vor, die er selbst gemacht hat. Einer von ihnen: „Die Rechte aller, die den Krieg nicht unterstützen, müssen respektiert werden, nach unseren Regeln und den Regeln des Völkerrechts.“
Lassizkene ist klar gegen den Krieg: „Ich weiß nicht, was ich meinen Kameraden sagen oder ihnen in die Augen sehen soll. Sie und Ihre Freunde und Familie erleben, was kein Mensch jemals fühlen sollte.“ Allerdings darf es derzeit nirgendwo anfangen.
Doch anstatt auf die Meinungen russischer Athleten zu hören, riet das IOC den Sportverbänden, einfach alle auszuschließen. „Wenn Sie sich wirklich Sorgen um das Schicksal der Athleten machen würden, würden Sie sie nicht bitten, öffentlich zu sprechen. Sie haben sich für die einfachste Lösung entschieden“, so der 29-Jährige weiter.
Der Ausschluss der Russen – ein schwieriges Thema
Sportverbände wie Uefa, FIS und World Athletics haben alle russischen Mannschaften und/oder Athleten von internationalen Wettkämpfen ausgeschlossen. Aus rechtlicher Sicht ist diese Handhabung jedoch äußerst kompliziert. Denn im europäischen Sport gibt es für solche Fälle keine gesetzliche Grundlage.
Da es in den letzten Jahrzehnten in Europa keinen Krieg dieses Ausmaßes gegeben hat, wurde kein Gesetz entworfen, wie sich Sportverbände im Kriegsfall verhalten sollen. Damit ist jeder Fall ein Präzedenzfall. Der Court of Arbitration for Sport (CAS) muss zunächst eine gesetzliche Grundlage schaffen, was Zeit in Anspruch nehmen wird. Derzeit befasst er sich mit Sanktionen der FIFA und der Uefa, im Juli sollen Anhörungen stattfinden. Die Schläger wurden im Frühjahr aus dem Verkehr gezogen, weil es sich um sogenannte „superprovisorische Sperren“ handelte.
In Fachkreisen deutet vieles darauf hin, dass ein Kompromiss gefunden wird, der teilweise bereits genutzt wird. Zum Beispiel sollten Athleten in einer kriegerischen Nation mit einer neutralen Flagge starten. Seit dem Einmarsch der Russen in die Ukraine behandeln ihn zum Beispiel die Tennisverbände ATP und WTA bei Turnieren so. Damit soll ihnen die nationale Repräsentation und der Nationalstolz genommen werden. Kritiker bemängeln jedoch, dass viele der Athleten erst dank russischer Unterstützungsmaßnahmen zum Profi wurden und Neutralität nur “Schaufensterpuppe” wäre.
Sportverbände wie Uefa, FIS und World Athletics haben alle russischen Mannschaften und/oder Athleten von internationalen Wettkämpfen ausgeschlossen. Aus rechtlicher Sicht ist diese Handhabung jedoch äußerst kompliziert. Denn im europäischen Sport gibt es für solche Fälle keine gesetzliche Grundlage.
Da es in den letzten Jahrzehnten in Europa keinen Krieg dieses Ausmaßes gegeben hat, wurde kein Gesetz entworfen, wie sich Sportverbände im Kriegsfall verhalten sollen. Damit ist jeder Fall ein Präzedenzfall. Der Court of Arbitration for Sport (CAS) muss zunächst eine gesetzliche Grundlage schaffen, was Zeit in Anspruch nehmen wird. Derzeit befasst er sich mit Sanktionen der FIFA und der Uefa, im Juli sollen Anhörungen stattfinden. Die Schläger wurden im Frühjahr aus dem Verkehr gezogen, weil es sich um sogenannte „superprovisorische Sperren“ handelte.
In Fachkreisen deutet vieles darauf hin, dass ein Kompromiss gefunden wird, der teilweise bereits genutzt wird. Zum Beispiel sollten Athleten in einer kriegerischen Nation mit einer neutralen Flagge starten. Seit dem Einmarsch der Russen in die Ukraine behandeln ihn zum Beispiel die Tennisverbände ATP und WTA bei Turnieren so. Damit soll ihnen die nationale Repräsentation und der Nationalstolz genommen werden. Kritiker bemängeln jedoch, dass viele der Athleten erst dank russischer Unterstützungsmaßnahmen zum Profi wurden und Neutralität nur “Schaufensterpuppe” wäre.
“Du hast nicht die Würde”
Sie plädiert dafür, auf Nationalflaggen und -hymnen zu verzichten: “Fans lieben Sportler nicht wegen ihrer Nationalität, sondern wegen ihrer Leistungen.” Was Bach den Krieg nicht beendete, sondern einen anderen provozierte.
Die abschließenden Worte haben es noch einmal in sich: „Ich habe keinen Zweifel daran, dass Sie nicht den Mut und die Würde haben, die Sanktionen aufzuheben. Denn dann solltest du zugeben, dass du all die Monate gegen den IOC-Brief verstoßen hast.“ (Che)