Lenk warnt vor Hochwasser und Springfluten

So brüllte die Simme bei Lenk am 28. Juli 2018, als das Schmelzwasser des Gletschersees Plaine Morte sie zum Aufblähen brachte. (Archivbild)

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Der Plaine-Morte-Gletschersee beginnt sich zu leeren. Daher warnt die Gemeinde vor den Gefahren von Berg- und Wanderwegen entlang von Gewässern.

Die Gemeinde Lenk BE warnt die Bevölkerung und Gäste vor der Gefahr von Hochwasser und Springfluten in Trübbach und Simme. Grund dafür ist, dass der See auf dem Plaine-Morte-Gletscher zu entwässern begonnen hat.

«In den Bergen und auf Wanderwegen entlang dieser Gewässer ist Vorsicht geboten. In und um die Gewässer herrscht die grösste Gefahr», schreibt die Gemeinde Lenk im Simmental in einer am Sonntag veröffentlichten Mitteilung auf ihrer Website.

Das Leck des Sees verursachte 2018 Schäden im Tal

Im Jahr 2018 verursachte dieser Ausflug vom See Schäden im Tal. Vorsorglich wurden ein Campingplatz und ein Restaurant evakuiert. Im folgenden Jahr wurde im Gletschereis ein künstlicher Abflusskanal ausgehoben, der den See langsam und kontrolliert zu diesem Überlauf entwässern lässt.

Diese Entwässerungsrinne wurde jedoch im Winter 2019/20 mit Schnee gefüllt, was die Entwässerung im Sommer 2020 erschwerte. Daher begann man, eine neue namens „Bypass“ zu schaffen. Dieser neue Kanal wurde letzte Woche fertiggestellt, wie auf der Website des Rathauses Lenk zu sehen ist.

Das Wasser war durch diesen Kanal geflossen. Es besteht jedoch die Gefahr eines plötzlichen Wasseraustritts.

Lenks Bürgermeister René Müller relativierte die Gefahr am späteren Sonntagmorgen auf Anfrage: Wasser laufe kontrolliert. Niemand wird evakuiert. Der Anruf ist eine Vorsichtsmaßnahme. Die sogenannte Barbarabrücke über dem Dorf wurde vorsorglich gesperrt. Ein Wanderweg führt sie zu den Simmenfällen.

Der Gletschersee hält die Behörden seit Jahren in Alarmbereitschaft

Die Gletscherseen des Plaine-Morte-Gletschers halten die Behörden seit mehreren Jahren in Alarmbereitschaft. Vor allem der sogenannte Favergesee im Grenzgebiet der Kantone Bern und Wallis macht Probleme.

Dieser See entstand durch den Eisrückgang am südöstlichen Ufer des Plaine-Morte-Gletschers. Im Frühsommer sammelt sich Tauwasser in einem langen Spalt zwischen Fels und Eis. Sobald der See eine kritische Schwelle erreicht, kommt es zu einer spontanen Entleerung.

Das Wasser fließt dann durch die Eiskanäle des Gletschers nach Norden und fließt zuerst in den Trübbachkanal, dann in die Simme. Die Entleerung erfolgt immer zwischen Mitte Juni und Ende August. Naturgefahrenexperten haben rund um den See ein Überwachungssystem aufgebaut.

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07.10.2022

sr, sda

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