„Lernen sucht Lernende“: Immer mehr Lernplätze werden frei

„Lernen sucht Lernen“ Es gibt immer mehr Stellenangebote

18.08.2022 14:59

Neue Auszubildende zu finden, ist mittlerweile für zahlreiche Unternehmen in Deutschland eine Mammutaufgabe. Auszubildende galten lange als Mangelware, doch die aktuellen Zahlen des DIHK zeigen, dass sich die Arbeitsmarktlage im vergangenen Jahr deutlich verschlechtert hat.

Noch nie war es für Unternehmen in Deutschland so schwierig, geeignete Auszubildende zu finden. Im vergangenen Jahr lag der Anteil der Unternehmen, die nicht alle offenen Stellen mit Auszubildenden besetzen konnten, bei 42 Prozent, so eine Erhebung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). „Die Situation des Antragstellers gerät an einen Zerreißpunkt“, sagte DIHK-Stellvertretender Hauptgeschäftsführer Achim Dercks. Dies lässt sich mit dem Satz beschreiben: „Lernen sucht einen Lernenden“.

Der DIHK hat 15.000 Betriebe von insgesamt 180.000 Ausbildungsbetrieben in Deutschland befragt. Der Anteil der Betriebe, die nicht für alle Ausbildungsplätze Bewerber finden konnten, stieg branchenübergreifend von 32 % im Jahr 2018 auf 42 % im Jahr 2021. Im Gastgewerbe stieg der Anteil von 56 auf 67 Prozent, in Transport und Logistik von 40 auf 54 Prozent, in der Industrie von 33 auf 50 Prozent der Unternehmen.

Die wachsende Schere zwischen Ausbildungsmöglichkeiten und jungen Menschen, die sich bewerben, ist der demografischen Entwicklung und der Corona-Pandemie geschuldet. Aufgrund der Corona-Einschränkungen seien Berufsorientierung, Berufsberatung und Ausbildungsplatzsuche auch in diesem Jahr „erheblich schwieriger“ gewesen. Handel und Industrie erwarten laut Dercks, „dass wir aus dem Corona Valley herauskommen“.

Unternehmen reagieren auf den Bewerbermangel, indem sie versuchen, ihre Ausbildung attraktiver zu gestalten. Dies gaben mehr als die Hälfte der Unternehmen in der DIHK-Umfrage an. Sie basieren auf flachen Hierarchien (58 %), moderner IT-Technologie (51 %), finanziellen Anreizen (37 %) oder studentischen Projekten (26 %). “Unternehmen haben ihre Türen weit geöffnet und stellen junge Leute ein”, sagte Dercks.

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