Veröffentlicht am 7. August 2022, 02:17
Lesbische Paare: Samenbanken bereiten sich auf Ansturm vor
Seit es lesbischen Paaren seit einem Monat Zugang zur künstlichen Befruchtung gibt, bauen sich die Samenbanken auf. Gleichgeschlechtliche Paare müssen die Behandlung selbst bezahlen, für heterosexuelle Paare gibt es Ausnahmen.
Seit Juli bereiten sich Samenbanken auf den Ansturm gleichgeschlechtlicher Paare vor. (Bild einer Bildagentur)
imago/Rolf Kremming
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Verheiratete lesbische Paare haben seit Juli Zugang zu künstlicher Fortpflanzung.
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200 Babys sollen jährlich durch künstliche Befruchtung entstehen.
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Gleichgeschlechtliche Paare müssen die Behandlung komplett selbst bezahlen, bei heterosexuellen Paaren gibt es Ausnahmen.
Künstliche Befruchtung für verheiratete lesbische Paare sorgt für einen Ansturm auf Samenbanken. Insgesamt acht Kliniken in der Schweiz verfügen über eine Samenbank, darunter auch die IVF-Klinik OVA in Zürich.
Weil viele gleichgeschlechtliche Paare auf die Gesetzesänderungen gewartet haben, sind die Wartelisten lang. Erst im Dezember vergibt die Zürcher Klinik wieder Termine für die ersten Besuche, wie die «Sonntagszeitung» schreibt. Klinikchef Peter Fehr geht davon aus, dass sich dieser Ansturm nach einem ersten Höhepunkt abflachen wird.
Die Samenbank muss ruhen
Danach werde die Klinik zwischen 30 und 50 Paaren helfen, ein Kind zu bekommen, so die Zeitung weiter. Auf die Schweiz hochgerechnet sind es jährlich etwa 200 Babys, die mit künstlicher Befruchtung geboren werden. Für die Klinik bedeutet dies, dass die Samenbank aufgestockt werden muss. Denn die Zahl der auf diese Weise produzierten Babys verdoppelt sich.
Ein Beispiel: Am Klinikum Zürich sind bisher 45 Spenderinnen und Spender aktiv, jedes Jahr werden zwischen fünf und acht ausgetauscht. Denn entweder ist die Vertragslaufzeit erreicht oder die vorgeschriebene Höchstzahl von acht Kindern erreicht. Wie Fehr der „Sonntagszeitung“ bestätigt, muss die Klinik rund 20 neue Spender einstellen. Diese werden nach einstündiger Diskussion vom Leiter persönlich ausgewählt. Es werden nur die Kosten der Prüfungen und der Zeitaufwand erstattet.
Gleichgeschlechtliche Paare tragen die Kosten selbst
Paare zahlen für die Behandlung. Eine Insemination kostet rund 800 Franken, zuzüglich medizinischer Untersuchungen und Tests rund 400 Franken. Allein für das Experiment zahlen sie 1200 Franken. Ausnahmen gibt es für heterosexuelle Paare: Kann die Befruchtung mit dem Samen des Mannes erfolgen, zahlt die Krankenkasse drei Versuche. Das ist, wenn die Ursache der Behandlung ein Gesundheitsproblem einer Frau ist.
„Eine Frau, die Frauen liebt, wird immer auf eine Samenspende angewiesen sein, mit oder ohne gesundheitliche Probleme“, sagt der Geschäftsführer des Dachverbandes der Regenbogenfamilie der „Sonntagszeitung“. Es soll nicht sein, dass gleichgeschlechtliche Paare keinen Anspruch auf drei von der Grundversicherung bezahlte künstliche Befruchtungen haben.
(sys)