“Letzte Chance” | Merz hat ARD und ZDF

“Letzte Chance” |

Merz hat ARD und ZDF

Harte Ansage von Friedrich Merz (66, CDU) bei ARD und ZDF.

Der CDU-Chef erwartet nun Reformen vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Merz warnte in Bezug auf die Affäre um die zurückgetretene RBB-Intendantin Patricia Schlesinger (61): „Die Affäre Schlesinger hat das Potenzial, dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland endgültig seine Legitimität und Akzeptanz in der Öffentlichkeit zu nehmen.“

Das schrieb Merz in einem Gastbeitrag für „Badische Neueste Nachrichten“ (Samstag). ARD und ZDF haben jetzt vielleicht eine der letzten Gelegenheiten zu zeigen, dass sie in der Lage sind, selbst Fehler zu korrigieren und Veränderungen anzustoßen.

Patricia Schlesinger (61)

Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Merz forderte zudem eine vollständige Aufklärung der Schlesinger-Affäre und eine Überprüfung der Aufsichtsbehörden. Die Sender sollten Transparenz zeigen und die Gehälter der Verantwortlichen sowie die Zahlungsströme an die vielen Produzenten offenlegen. „Das gilt auch und gerade für die Moderatoren bekannter Talkshows und Unterhaltungssendungen.“

Auch der CDU-Chef warnte in den Berichten vor Ausgewogenheit. Dazu gehört eine klare Trennung zwischen Nachricht und Kommentar. Merz Hart: „Hier brauchen wir mehr journalistische Verantwortung und weniger politische Gesinnung.“

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Als Oppositionsführer im Bundestag forderte Merz die Institutionen auf, sich wieder auf ihren Informationsauftrag zu konzentrieren.

▶︎ Die Stärke des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sind Dokumentationen und Serien, die im privaten Bereich nicht zu finden sind. „Aber es ist nicht nötig, dass bei allen Veranstaltungen zwei konkurrierende Fernsehsender gleichzeitig vertreten sind. Gebührenzahler können zumindest bei teuren Sportveranstaltungen eine engere Zusammenarbeit zwischen ARD und ZDF fordern.”

Klartext: Merz hinterfragt die Koexistenz von ARD und ZDF.

Merz: ARD und ZDF haben kein Recht auf „Genre“

Auch die Verwendung der sogenannten Geschlechtersprache (“Liebe Zuschauer”) ist Merz ein Dorn im Auge. Er spricht der öffentlichen Ausstrahlung das Recht auf „Gender“ in seinen Sendungen ab.

Merz: „Weder einzelne Sprecher noch Kommentatoren und Moderatoren haben das Recht, von den allgemein anerkannten Gebrauchsnormen der deutschen Sprache abzuweichen.“

Vorwürfe von Vetternwirtschaft und Verschwendung

Auslöser für die neueste Kritik: Patricia Schlesinger ist seit Wochen zahlreichen Vetternwirtschaftsvorwürfen ausgesetzt. Sie trat daraufhin am vergangenen Sonntag (7. August) als Intendantin des RBB und als Präsidentin der ARD zurück. Wegen des Anfangsverdachts der Untreue und Vorteilsnahme hat die Staatsanwaltschaft Berlin die Ermittlungen übernommen.

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Im Fokus steht neben dem 61-Jährigen auch der RBB-Vorstandsvorsitzende und Messechef Wolf-Dieter Wolf (78), der ebenfalls zurückgetreten ist. Wolf soll Schlesingers Ehemann Gerhard Spörl (72) lukrative Jobs bei der Messe Berlin verschafft haben.

Chefetage für 1,4 Millionen Euro umgestaltet

In den Wochen zuvor waren zahlreiche Details zu seiner Amtsführung bekannt geworden: Also ließ er seine Chefetage im Berliner Funkhaus für mehr als 1,4 Millionen Euro umbauen – Beinhaltet einen Massagestuhl, luxuriöse Parkettböden und eine Pflanzenwand mit automatischer Bewässerung.

Schlesinger wird unter anderem auch vorgeworfen, Geschäftsessen zu Unrecht abgerechnet und sich auf Kosten des Gebührenzahlers eine Luxus-Privatreise nach London gegönnt zu haben.

In dem ganzen Fall geht es auch um Details wie einen teuren Dienstwagen und eine kräftige Gehaltserhöhung auf 303.000 Euro plus noch nicht genannter Prämien.

Der Fahrer verlässt den Dienstwagen von Patricia Schlesinger

Foto: Sven Meißner

Zoff über “geschlechtsspezifische Sprache”

Die Verwendung von „geschlechtsspezifischer Sprache“ durch einige Moderatoren und Redakteure sorgt immer wieder für Probleme. Laut einer MDR-Umfrage lehnen 84 % der Befragten die Verwendung von Geschlechterstereotypen in den Medien ab.

Kürzlich sorgte ein Anruf von Wissenschaftlern für Aufsehen. Philologen und Linguisten forderten ARD und ZDF auf, auf diese “Kunstsprache” zu verzichten.

Initiator und Germanist Fabian Payr (60): „ARD und ZDF sollten Sprachkenntnisse berücksichtigen.“ Er sagt: „Mit dem Genre verfehlen sie das Publikum komplett. Umerziehung hat nichts mit dem Auftrag des Programms zu tun.”

Die Unterzeichner werfen den Sendern sogar vor, über das Thema Geschlecht „in vielen Fällen tendenziös“ zu berichten, das eigene Geschlecht zu legitimieren. Kritiker werden oft als reaktionär, unflexibel und frauenfeindlich dargestellt.

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