“Letzte Woche wurde ein Hilfsplan besprochen”

31.07.2022 16:49 (31.07.2022 16:49)

Das ganze Land ist besorgt über den Tod von Lisa-Maria Kellermayr. © APA

Der Tod der oberösterreichischen Ärztin Lisa-Maria Kellermayr, die kürzlich wegen Morddrohungen aus der Impfgegner-Szene ihre Praxis geschlossen hatte, hat tiefe Bestürzung ausgelöst.

Am Montag ist in Wien auf dem Stephansplatz eine Gedenkveranstaltung geplant. Auch in den sozialen Medien kursierten Termine für Mahnwachen in Steyr, Linz, Wels, Graz und Salzburg. Dompfarrer Toni Faber unterstützt die Initiative: „Ich selbst werde am Montagabend dabei sein, wenn die Domglocken das Gedenken und Gebet für die Toten begleiten.“ Die Veranstaltung in Wien wird wahrscheinlich die größte sein.

Die Ärztin wurde am Freitag in ihrer Praxis im Landkreis Vöcklabruck tot aufgefunden. Die Staatsanwaltschaft Wels bestätigte einen Suizid. Es wurde keine Autopsie angeordnet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden Abschiedsbriefe gefunden, zu deren Inhalt sie nichts sagen wollte.

Drei Abschiedsbriefe

Die „Kronen Zeitung“ (Sonntagsausgabe) berichtete von drei Abschiedsbriefen. Einen von ihnen soll der Arzt zum Landespolizeipräsidium Oberösterreich und einen zur Oberösterreichischen Ärztekammer geschickt und gewaltsam angegriffen haben. Auf Anfrage der APA hielt die Ärztekammer Oberösterreich an ihrer Aussage vom Freitag fest, Frau Kellermayr jede erdenkliche Hilfe angeboten zu haben. „Letzte Woche wurde mit Frau Kellermayr persönlich ein Hilfsplan besprochen, wie die Kontinuität der Ordination insbesondere mit Hilfe eines von der Ärztekammer OÖ beauftragten Rechtsanwalts sichergestellt werden kann“, so Präsident Peter Niedermoser. el oh Die Polizei wollte am Sonntag auf Nachfrage der APA nichts zu dem angeblichen Abschiedsbrief sagen.

Er fühlte sich unterbehütet

Unter anderem hatte Kellermayr auf ihrer Website berichtet, sie sei seit Monaten in unregelmäßigen Abständen Repressalien und sogar Morddrohungen „aus der Szene von Gegnern von Covid- und Impfmaßnahmen“ ausgesetzt gewesen. Die Polizei bestätigte dies damals und es wurden Ermittlungen eingeleitet. Laut Polizei stand die Ärztin lange Zeit unter Polizeischutz, fühlte sich aber immer unterbehütet und hatte nach eigenen Angaben rund 100.000 Euro für Schutzmaßnahmen ausgegeben.

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