Landwirtschaft
Der Krieg in der Ukraine verändert die Landwirtschaft Kärntens. Einerseits sind landwirtschaftliche Produkte gefragter denn je, aber auch hohe Produktionspreise sorgen laut Landwirtschaftskammer für eine Veränderung der Anbaufläche. Kärntner Landwirte sind zunehmend auf Sojabohnen angewiesen, die billiger produziert werden, und es wird weniger Getreide und Silomais angebaut.
29.05.2022 08.53
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Der Anstieg des Sojaanbaus beträgt in Kärnten 17 Prozent. Das sind 800 Hektar mehr Sojabohnen, als die Kärntner Bauern in diesem Jahr produzieren, weil kein zusätzlicher Stickstoffdünger benötigt wird. Hier seien die Preise um das Vier- bis Fünffache gestiegen, sagt Ernst Roscher, Leiter der Abteilung Pflanzenbau der Landwirtschaftskammer. „Bio-Produktion ist eng mit Gas verbunden. „Natürlich haben Lieferengpässe die Preise für Stickstoffdünger in die Höhe getrieben, was viele Landwirte dazu veranlasst hat, auf Pflanzen umzusteigen, die in der Stickstoffversorgung autark sind.“
Weitere Probleme mit schlechter Ernte
Diese Frühjahrsernte war für die Landwirte im Allgemeinen sehr teuer. Hinzu kommen steigende Kosten für Saatgut und Pestizide. Auch der teure Diesel stört die Landwirte. Wenn die Ernte am Ende schlecht ausfällt, könne es große Probleme geben, sagt Roscher. „Das ist uns damals einfach aufgefallen. Wenn die Ernte nichts hergibt, wo man mit brauchbaren Erzeugerpreisen arbeiten kann, haben wir wirklich ein Problem.“
Andererseits könnten gute Herbsternten höhere Kosten kompensieren. Auch hier zeigt sich die Gasabhängigkeit. Viele Getreidetrocknungsanlagen beispielsweise sind auf Erdgas angewiesen, Alternativen sollten zunächst geschaffen werden – etwa mit Holzhackschnitzeln.