Lindner setzt das Amt unter Druck: Das Kartellamt beobachtet die Kraftstoffpreise genau

Lindner setzt Amt unter Druck Das Kartellamt beobachtet die Kraftstoffpreise genau

31.05.2022, 18:04

Kommt der Pfandrabatt beim Verbraucher an? Das sei Aufgabe des Bundeskartellamts, sagte Finanzminister Lindner. Die Behörde will das genau beobachten, macht aber bereits auf eine schwierige Entwicklung aufmerksam.

Das Bundeskartellamt will die Entwicklung der Kraftstoffpreise im Zusammenhang mit der Senkung der Energiesteuer ab dem morgigen Mittwoch genauer unter die Lupe nehmen. Die Überwachung sei „nochmals intensiviert worden“, sagte Präsident Andreas Mundt. „Auch wenn keine gesetzliche Verpflichtung besteht, die Steuersenkung eins zu eins weiterzugeben, agieren Mineralölkonzerne unter dem ‚Brennglas‘ des Bundeskartellamts.“ Finanzminister Christian Lindner sagte derweil, es sei Aufgabe der Behörde, dafür zu sorgen, dass die Steuersenkung „die Herzen der Fahrer und Fahrgäste erreicht“.

Mundt betonte aber auch: „Als Wettbewerbsbehörde können wir hohe Preise, auch sehr hohe, nicht einfach verbieten.“ Sie könnten auch im Wettbewerb entstehen. Bisher gibt es keine Hinweise auf kartellrechtliches Verhalten, das mit hohen Bußgeldern geahndet werden kann.

Allerdings funktioniere der Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt “nur bedingt”, sagte Mundt. Behalten Sie die Branche also genau im Auge. „Seit Monaten beobachten wir eine Entkopplung der Rohölpreise von den Preisen der Raffinerien und Tankstellen.“ Um “für den gesamten Kraftstoffmarkt größtmögliche Transparenz zu schaffen”, hat das Kartellamt auch Ermittlungen gegen Raffinerien und die Großhandelsebene eingeleitet.

Seit Beginn des Ukrainekrieges sind die Treibstoffpreise auf ein beispielloses Niveau gestiegen. In diesem Zusammenhang wurde wiederholt kritisiert, dass die Preise zu hoch seien. In diesem Zusammenhang forderte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck im Frühjahr das Kartellamt auf, die Kraftstoffpreise genau zu beobachten.

Ab morgen tritt die auf drei Monate befristete Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe in Kraft. Der Benzinsteuersatz sinkt um 29,55 Cent pro Liter und der Diesel um 14,04 Cent. Die Maßnahme ist Teil des Hilfspakets der Bundesregierung, denn die Spritpreise sind in den vergangenen Monaten stark gestiegen.

Lindner sagte dem Bundestag, dass die Steuersenkung “aus technischen Gründen” nicht sofort greifen werde. Kraftstoff gibt es derzeit an Tankstellen, die sie im Mai gekauft haben, also mit dem alten Steuersatz. Tankstellen können ab Mittwoch nur noch Kraftstoff zum ermäßigten Steuersatz kaufen.

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