14. Juni 2022
Sunnyi Melles ist die Sprecherin © APA / Robert Recker / unbekannt
Das Gilgamesch-Epos, der älteste Mythos der Menschheitsgeschichte, steht im Mittelpunkt der diesjährigen Linzer Klangwolke am 10. September im Donaupark. „Mutter Gilgamesch“ ist der Titel der Show am Fluss. Die bekannte Schauspielerin Sunnyi Melles wird die Mutter-Erzählerin sein.
Das Epos erzählt die Geschichte von Gilgamesch, einem König von Uruk, seinen Heldentaten und Abenteuern, seiner Freundschaft mit Enkidu, seinem Tod und Gilgameschs Streben nach Unsterblichkeit. Am Ende muss der Held erkennen, dass die Unsterblichkeit nur den Göttern gegeben ist, dass Leben und Tod jedoch Teil der menschlichen Natur sind.
Die Linzer Klangwolke ist eine der größten Outdoor-Shows Europas und findet seit 1979 zum Auftakt des alljährlichen Linzer Brucknerfestes statt. Die diesjährige Produktion wurde am Dienstag vom Brucknerhaus, der Sparkasse OÖ und der Linz AG präsentiert. Kooperationspartner der ersten Stunde ist der ORF Oberösterreich.
The Cloud of Sound wird von dem in Beirut geborenen, international tätigen Regisseur, künstlerischen Leiter und Musikdirektor Pierre Audi geleitet. Derzeit ist er Generaldirektor des Festivals von Aix-en-Provence. Das Bühnen- und Lichtdesign stammt von Urs Schönebaum, für das Musik- und Sounddesign zeichnet der Australier Stefan Gregory verantwortlich. Mitwirkende sind der Knabenchor St. Florian und Bergsteiger aus Oberösterreich. Naturliebhaber.
In sechs Staffeln erschafft Audi-Regisseur das Gilgamesch-Epos. Drei Schiffe werden vor dem Brucknerhaus als „Tempelboot“, „Infernoboot“ und „Turmboot“, ein Symbol für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, die Donau befahren. Die Effekte von Pyro und Nebel, Lichtdrohnen, Lasern und Projektionen, die jedes Jahr zum Einsatz kommen, runden die akustische Geschichte ab.
Für Brucknerhaus-Intendant Dietmar Kerschbaum wird die diesjährige Klangwolke eine Reise in die Anfänge menschlicher Kultur und ein emotionales Kulturereignis für eine bessere Welt. Für Regisseur Pierre Audi ist Gilgamesch ein Mythos, der weder Zeit noch Ort hat. “Vor der Bibel sprach das Epos von Themen, die uns auch heute noch erschüttern.” Politische Aussagen dazu, ob es einen Bezug zum aktuellen Krieg in Europa geben werde, werde es laut dem Regisseur nicht geben. Allerdings wird die Öffentlichkeit etwas denken.
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