LNG Weitere LNG-Terminals in Stade und Lubmin

Stand: 19.07.2022 18:11 Uhr

LNG-eigene Terminals in Deutschland sollen dazu dienen, unabhängiger von russischem Gas zu werden. Mit Stade und Lubmin stehen nun zwei weitere Standorte für neue LNG-Terminals fest.

Die Bundesregierung hat weitere Standorte für schwimmende LNG-Terminals beschlossen. Das dritte Terminal geht nach Stade bei Hamburg und das vierte nach Lubmin in Vorpommern, wie das Wirtschaftsministerium mitteilte. Zusätzliche Importe von verflüssigtem Erdgas (LNG) tragen wesentlich dazu bei, Deutschland unabhängiger von russischem Gas zu machen.

Zwei Boote sind bereits in diesem Jahr verfügbar und werden Anfang dieses Jahres in Wilhelmshaven an der Nordsee und in Brunsbüttel an der Elbmündung eingesetzt, teilte das Ministerium mit.

Der Standort des Stadions soll voraussichtlich ab Ende 2023 verfügbar sein. Die Offshore-Anlage vor Lubmin wird laut Betreiber frühestens Ende 2023 verfügbar sein. Ein privates Konsortium wird zudem Ende 2022 ein fünftes schwimmendes Terminal in Lubmin bauen.

Gesetz zur Beschleunigung des Baus von LNG-Terminals

„Wir müssen so schnell wie möglich eine neue Infrastruktur aufbauen, damit wir russisches Gas so schnell wie möglich ersetzen können“, sagte Wirtschaftsminister Robert Habeck. Daher ist es eine sehr gute Nachricht, ein fünftes privates Regasifizierungsschiff hinzuzufügen: „Dadurch können wir die Menge, die wieder angelandet werden kann, erhöhen und so die Versorgungslage verbessern.“

LNG wird unter Druck gekühlt, in flüssiger Form per Schiff transportiert, ausgeschifft, erhitzt, regasifiziert und dann in die Netze gepumpt. Die Ampelkoalition hatte ein Gesetz verabschiedet, um Verfahren zum Aufbau von LNG-Infrastruktur zu beschleunigen.

Jetzt komme es auf die Umsetzung vor Ort an, sagte Habeck. „Und es ist klar, dass jeder sich dafür einsetzt, die Dinge so schnell wie möglich zu erledigen. Es ist natürlich nicht einfach. Es gibt viele Dinge auf einmal zu tun und die Hindernisse nehmen zu. Kurz gesagt, wir müssen das Tempo vorgeben, weil es in ist.“ Deutschland gab es noch nicht“.

Erstes Schwimmterminal in Wilhelmshaven

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies rechnete bereits mit der Entscheidung zu Stade, forderte die Bundesregierung aber auf, die Sache zu beschleunigen. Er hat jetzt in Berlin von einer “guten und richtigen Entscheidung” gesprochen. In Wilhelmshaven entsteht Deutschlands erstes schwimmendes Terminal. Am 1. Juli erhielt der Energiekonzern Uniper die Genehmigung für die bereits begonnenen Arbeiten.

Nach Angaben des Unternehmens dauerte die Beantragung der entsprechenden Projektphase knapp einen Monat, deutlich weniger als bei diesen Projekten üblich. „Jetzt werden wir auch in Stade mit diesem Anspruch an den Start gehen“, sagte Lies zum Zeitplan. „Ziel ist es, bis Ende Sommer 2023 alle notwendigen Vorkehrungen getroffen zu haben.“

Lieferung auch über Frankreich, Belgien und die Niederlande

In Wilhelmshaven will Niedersachsen am 21. Dezember den Betrieb aufnehmen. Lies fährt auch ein weiteres LNG-Terminal in der Stadt. Schwimmende Anlagen werden verwendet, bis es feste Terminals am Boden gibt.

Neben der Anlandung an deutschen Standorten werde bei hoher Nachfrage auch die Versorgung über die LNG-Terminals in Rotterdam, Zeebrügge in Belgien und Dünkirchen in Frankreich ergänzt, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Damit werden zusätzliche Kapazitäten auf den deutschen Markt gebracht.

Standorte für zwei weitere schwimmende LNG-Terminals wurden beschlossen

Marcel Heberlein, ARD Berlin, 19. Juli 2022 18:23

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